Deutsche Telekom Säbelwetzen

Im Streit um die geplante Auslagerung von rund 50.000 Mitarbeitern der Deutschen Telekom stehen die Zeichen auf Sturm: Verdi ließ am Mittwoch die vom Konzern gesetzte Frist zur Annahme eines Angebots verstreichen und kündigte für Donnerstag weitere Warnstreiks an. Die Telekom will ihre Pläne jetzt allein durchziehen.

Bonn - Die Deutsche Telekom  will nach der Ablehnung ihres Tarifangebots durch Verdi die Auslagerung von rund 50.000 Mitarbeitern im Alleingang umsetzen. "Wir bereiten uns auf die weitere Umsetzung in Sachen T-Service vor", sagte ein Telekom-Sprecher am Mittwoch in Bonn. Grundsätzlich bleibe das Unternehmen offen für Gespräche.

Zuvor hatte die Gewerkschaft ein bis Mittwoch befristetes Ultimatum für die Annahme eines Angebots der Konzernleitung verstreichen lassen. Verdi habe sich bis zum Mittag nicht gemeldet, sagte eine Telekom-Sprecherin. "Das Angebot ist nicht mehr gültig." Bei Verdi hieß es: "Die Frist in diesem Zusammenhang interessiert uns nicht."

Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder hatte das nachgebesserte Angebot bereits vergangene Woche abgelehnt und für seine Entscheidung Rückendeckung von der Großen Tarifkommission erhalten. Die soll am Freitag über eine Urabstimmung für einen Streik entscheiden. Bei einer Telefonkonferenz hatten sich die knapp 60 Mitglieder der Kommission bereits gegen das Angebot und für einen Streik ausgesprochen.

Die Deutsche Telekom hatte im Streit um die Auslagerung von rund 50.000 Stellen und Gehaltskürzungen der Gewerkschaft im Gegenzug unter anderem angeboten, den Kündigungsschutz bis zum Jahr 2011 zu verlängern. Zudem sollen 3000 neue Stellen geschaffen werden, jedoch mit niedrigeren Einstiegsgehältern. Auch bei der Verlängerung der Arbeitszeit habe man Verdi ein Angebot gemacht, betonte Konzernsprecherin Corinna Kielwein.

Mit Warnstreiks will Verdi am Donnerstag in Berlin und Brandenburg erneut gegen den geplanten Konzernumbau protestieren. Zu einer zentralen Kundgebung am Roten Rathaus in Berlin werden der Gewerkschaft zufolge mehr als 1000 Beschäftigte erwartet. Am Mittwoch beteiligten sich bereits rund 2000 Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen an den Warnstreiks.

Mit dem Konzernumbau will die Gesellschaft ihre Kosten senken und gleichzeitig die Servicequalität verbessern. Verdi befürchtet indes eine Aushöhlung der Tariflandschaft.

Der kommissarische Personalvorstand Karl-Gerhard Eick hatte wiederholt gedroht, den neuen Bereich T-Service auch ohne Zustimmung von Verdi zu gründen. Die drei Gesellschaften unter dem Dachnamen T-Service sollen zum 1. Juli starten.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, ddp und dow-jones

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