"Bild"-Zeitung Von der Elbe an die Spree

Die Redaktion der "Bild"-Zeitung soll von Hamburg nach Berlin ziehen. Das kündigte Chefredakteur Kai Diekmann an. Für die rund 700 betroffenen Mitarbeiter soll der 3. Oktober in doppelter Hinsicht zum Feiertag werden.

Frankfurt am Main - Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, würde "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann gern die erste Ausgabe seiner Zeitung vollständig von Berlin aus produzieren, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Das wäre ein Signal, das der politischen Tradition des Verlages und dem Engagement seines Gründers Axel Springer für die Überwindung der deutschen Teilung entspricht", fügte der Chefredaktuer hinzu. Er ergänzte: "Wenn es nicht bis zum 3. Oktober gelingt, ist es auch in Ordnung, aber es wäre ein kleiner Traum."

Der Umzug sei ein Wunsch der Redaktion, sagte Diekmann. Jetzt müsse erst einmal der Verlag entscheiden, ob er bereit sei, eine Menge Geld für diesen Umzug auszugeben. Doch sei Matthias Döpfner, der Vorstandsvorsitzende des Axel-Springer-Verlags , bereits eingeweiht.

Als Grund für den Umzug nannte Diekmann die Bedeutung von Berlin als Nachrichtenhauptstadt: "Berlin ist das politische, ist das kulturelle, ist das Lifestyle-Zentrum von Deutschland." Im Übrigen habe man schon jetzt eine große Parlamentsredaktion in Berlin, ebenso eine große Lokalredaktion. In Hamburg werde "Bild" mit einer großen Lokalredaktion bleiben.

Wie SPIEGEL ONLINE berichtet, erfuhr ein Großteil der Mitaarbeiter erst am Mittwoch von den Plänen ihres Chefs. "Was ist das für ein schlechter Stil? Ein Interview zu geben und uns damit vor vollendete Tatsachen zu stellen", zitiert das Internetmagazin eine Redakteurin. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und die Gewerkschaft Verdi sprachen von einem schweren Schlag für den Medienstandort Hamburg. Ein Sprecher des Hamburger Senats sagte, dass die Meldung nicht überrasche, es gebe Gespräche.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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