Murdoch Griff nach Dow Jones

Medienmogul Rupert Murdoch will zum wichtigsten Akteur im Finanznachrichtengeschäft aufsteigen. Der von ihm kontrollierte US-Medienkonzern News Corp. gab überraschend ein Übernahmeangebot in Höhe von fünf Milliarden Dollar für seinen Konkurrenten Dow Jones ab. Der "Wall-Street-Journal"-Herausgeber reagiert jedoch ablehnend.

New York - Die vom australischen Medienmogul Rupert Murdoch kontrollierte News Corp.  habe ein freiwilliges Übernahmeangebot für 60 Dollar je Aktie oder insgesamt fünf Milliarden Dollar für Dow Jones  abgegeben, teilte der US-Medienkonzern mit. Die Bezahlung solle wahlweise in Bar oder einer Kombination aus Barzahlung und News-Corp.-Aktien erfolgen.

Die Führung des Dow-Jones-Konzerns, der unter anderem die Zeitung "Wall Street Journal" herausgibt, sprach am Dienstag von einer unerbetenen Offerte. News Corp. betonte, es handle sich um ein "freundliches" Gebot.

Die Übernahme würde den Medienmogul Murdoch zu einem wichtigen Akteur im globalen Geschäft mit Finanznachrichten machen. Einem News-Corp.-Investoren zufolge könnte der Konzern mit dem Kauf von Dow Jones seine Pläne für einen Kabel-TV-Sender für Wirtschaftsnachrichten weiter vorantreiben und damit dem Marktführer CNBC die Spitzenstellung streitig machen. CNBC gehört dem US-Mischkonzern General Electric .

Mitglieder der Familie Bancroft, die zusammen etwas über 50 Prozent der stimmberechtigten Dow-Jones-Aktien hielten, seien gegen den vorgeschlagenen Verkauf des Unternehmens, teilte Dow Jones mit. Der Verwaltungsrat werde dies bei seiner Beratung des Übernahmeangebots berücksichtigen. Auch die Arbeitnehmervertreter von Dow-Jones lehnten eine Übernahme durch News Corp. ab.

Nach einer kurzen Handelsaussetzung sprangen Dow-Jones-Papiere um mehr als 54 Prozent in die Höhe. News-Papiere verloren hingegen mehrere Prozentpunkte. An den wenigen am Maifeiertag geöffneten Börsen gehörten Medienpapiere zu den am heißesten begehrten Titeln.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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