Immobilienscout24 Aareal Bank kauft die Mehrheit

Axel Springer, Holtzbrinck und Burda sind als Käufer ausgeschieden - nun stockt die Aareal Bank ihre Anteile an dem Internetportal Immobilienscout24 auf. Als Mehrheitseigner erhofft sich die Bank bessere Verkaufschancen. Verhandlungen laufen bereits. Nun muss nur noch der Mitgesellschafter Deutsche Telekom mitspielen.

Wiesbaden - Eigentlich hätte die Aareal Bank  die Beteiligung an dem Internetportal Immobilienscout24 schön längst los sein wollen. Zusammen mit den beiden Mitgesellschaftern Morgan Stanley  und J.H. Whitney sollten die Anteile an dem Unternehmen verkauft werden, doch das Geschäft entwickelte sich schwieriger als zuvor wohl erwartet.

Gespräche mit Verlagshäusern wie Axel Springer , Holtzbrinck und Burda scheiterten, angeblich wegen eines Vetos der Deutschen Telekom , die über ihre Tochter Scout24-Holding rund 33,1 Prozent der Anteile hält und ein Vorkaufsrecht für die Immobilienscout24-Aktien besitzt.

Nun schlägt die Wiesbadener Bank einen anderen weg ein. Zwar soll die Beteiligung weiterhin verkauft werden, doch zunächst stockt die Immobilienbank ihre Anteile deutlich auf: Aareal hat 23,7 Prozent der Anteile von Morgan Stanley und J.H. Whitney übernommen und besitzt nun 54,2 Prozent an dem Portal. Dadurch hofft der Immobilienfinanzierer auf eine bessere Verhandlungsposition bei dem geplanten Verkauf der Beteiligung. "Für uns ist es wichtig, die strategischen Optionen zu erweitern - und das haben wir getan", sagte ein Sprecher der Bank.

Finanzkreisen zufolge laufen die Verkaufsgespräche aber weiter. So soll die Bank derzeit mit zwei Finanzinvestoren sprechen. Wenn es mit einem der beiden zur Vertragsunterzeichnung kommt, hat die Telekom vier Wochen Zeit, die Anteile zum selben Preis selbst zu übernehmen. Sie hat die Bedeutung von Immobilienscout24 für ihr Geschäft stets betont.

Der Kaufpreis soll im mittleren dreistelligen Millionenbereich gelegen haben - bezogen auf den Gesamtunternehmenswert. Analysten schätzen den Wert auf 400 bis 650 Millionen Euro. Demzufolge hätte Aareal zwischen knapp 100 Millionen und 150 Millionen Euro für die beiden Pakete gezahlt. Die Transaktion muss noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden.

Immobilienscout24 hat den Gewinn vor Steuern im vergangenen Jahr um mehr als ein Drittel auf 21 Millionen Euro nach oben geschraubt. Der Umsatz kletterte um fast die Hälfte auf 53 Millionen Euro. Das Berliner Unternehmen beschäftigt rund 250 Mitarbeiter und sieht sich als Marktführer unter den deutschsprachigen Immobilienportalen im Internet.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa-afx und vwd

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.