Quartalszahlen Wettbewerbsdruck belastet Freenet

Der Konkurrenzkampf auf dem Telekommarkt drückt bei Freenet auf die Erträge. Dank eines Verlustvortrags kann der Telekomkonzern allerdings mit einem hohen Reingewinn glänzen. Auch Ericsson und die Infineon-Tochter Qimonda verzeichnen Zuwächse.

Stockholm/Hamburg/München - Der harte Wettbewerb hat Freenet  im abgelaufenen Geschäftsjahr belastet. Der Telekomkonzern verdiente im vergangenen Jahr operativ weniger, konnte aber dank steuerlicher Verlustvorträge aus seiner Fusion einen fast drei Mal höheren Reingewinn verbuchen.

Weil durch die Verschmelzung zudem stille Reserven aufgedeckt wurden, verzeichnet Freenet einen Bilanzgewinn in Milliardenhöhe, wie das Unternehmen mitteilte. Es ist Anfang März aus der Fusion des Mobilfunkdienstleisters Mobilcom und des Internetanbieters Freenet.de hervorgegangen.

Der Umsatz lag den Angaben zufolge 2006 mit 2,055 Milliarden Euro leicht über dem Vorjahr. Getrieben wurde das Wachstum vom Bereich Festnetz/Internet, während das Mobilfunkgeschäft rückläufige Erlöse erwirtschaftete.

Die Aufwendungen für das Wachstum - Freenet verzeichnete in allen Bereichen eine starke Kundenzunahme - und gestiegene Marketingaufwendungen drückten aber auf die Erträge. So lag das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen mit 147 (198) Millionen Euro deutlich unter Vorjahr.

Das Vorsteuerergebnis von 118 Millionen lag jedoch gut eine Million höher als 2005. Unter dem Strich fuhr Freenet einen um 180 Prozent höheren Reingewinn von 257 Millionen Euro ein - vor allem, weil jetzt nun konzernweit steuerliche Verlustvorträge der Mobilcom genutzt werden konnten. Als Bilanzgewinn stellte das Unternehmen 1,17 Milliarden Euro ein.

Ericsson legt in Europa und Asien zu

Ericsson legt in Europa und Asien zu

Ericsson  hingegen beeindruckte Anleger mit satten Gewinnen: Der schwedische Telekomausrüster hat im ersten Quartal 2007 den Überschuss verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 5,8 Milliarden schwedische Kronen (632 Millionen Euro) gesteigert.

Der Umsatz erhöhte sich um 8 Prozent auf 42,2 Milliarden Kronen, teilte die Gesellschaft mit. Das Vorsteuerergebnis entsprach mit 8,3 (Vorjahr: 6,7) Milliarden Kronen den Schätzungen von Analysten.

"Wir haben ein weiteres Quartal mit soliden Geschäften und Gewinn bei Marktanteilen in einem stabilen Umfeld hinter uns", sagte Ericsson-Chef Carl-Henric Svanberg. Ericsson baute sein Geschäft in den vergangenen Monaten durch Akquisitionen aus. Unter anderem erwarben die Schweden Redback Network und wollen sich nun die norwegische Tandberg Television einverleiben.

Das Umsatzwachstum verdanke Ericsson vor allem Westeuropa und Projekten in Zentral- und Osteuropa sowie dem Geschäft im Mittleren Osten, in Afrika und Asien, sagte Svanberg.

Qimonda schreibt erneut schwarze Zahlen

Auch Qimonda , ein Tochterunternehmen von Infineon , konnte im abgelaufenen Quartal einen weiteren Gewinnzuwachs verzeichnen. Der Gewinn sei auf 57 Millionen Euro gestiegen, teilte das Speicherchipunternehmen mit.

Im Vorjahresquartal stand noch ein Verlust von neun Millionen Euro zu Buche, im vergangenen Quartal hatte der Gewinn bei 177 Millionen Euro gelegen. Das operative Ergebnis habe auf 85 (Vorjahresquartal 21) Millionen Euro zugelegt. Der Umsatz sei binnen Jahresfrist um 56 Millionen Euro auf 984 Millionen Euro geklettert.

Qimonda erwartet, dass das Unternehmen seinen Ausstoß gemessen in Bit im laufenden Quartal um 8 bis 12 Prozent steigern kann.

Dazu beitragen sollen die zusätzlichen Kapazitäten der Fertigungslinie in Richmond und des Gemeinschaftsunternehmens Inotera sowie weitere Produktivitätssteigerungen durch die Umstellung von Anlagen auf Technologien mit Strukturen von 80 Nanometer und darunter.

manager-magazin mit Material von dpa, dpa-afx, reuters, dow jones

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