Siemens SIS Heim zur Mutter

Siemens gliedert seinen IT-Dienstleister SIS wieder in den Konzern ein, erfuhr manager-magazin.de exklusiv. Mit der Reintegration will das Unternehmen offenbar zeigen, dass IT-Lösungen ein wichtiger Teil seines Angebots sein sollen. Auch an der Siemens-Spitze könnte ein Umbruch bevorstehen, Konzernchef Klaus Kleinfeld wackelt.

München - Unter dem Namen SBS war die Siemens-IT-Tochter jahrelang als eines der großen Sorgenkinder des Elektrokonzerns bekannt. Immer wieder wurde über einen Verkauf des verlustreichen Geschäfts spekuliert. Nun scheinen solche Pläne endgültig vom Tisch, erfuhr manager-magazin.de exklusiv.

Zum 1. Juni holt die Konzernführung das bislang rechtlich selbstständige - und damit unproblematisch verkäufliche - Unternehmen zurück in den Konzern. Die seit Jahresanfang in Siemens IT-Solutions and Services (SIS) umbenannte Firma mutiert dann zu einem gewöhnlichen Unternehmensbereich gleichen Namens. Dies bestätigte ein Siemens-Sprecher auf Anfrage von manager-magazin.de. Die Rechtsform der GmbH & Co. OHG entfällt.

Mit der Reintegration will der Konzern offenbar zeigen, dass IT-Lösungen einen wichtigen Bestandteil seines Angebotsportfolios bilden sollen. Mit einer Neuorganisation hatte Siemens  die Sparte bereits Anfang 2007 gestärkt. Zur SBS mit rund 39.000 Mitarbeitern kamen die bislang selbstständigen Firmen BIC (Schweiz), DIP (Griechenland), PSE (Österreich) und Sisl (Indien).

Heute beschäftigt SIS rund 43.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von 5 Milliarden Euro. Das Ergebnis des Bereichs hatte sich bereits in den vergangenen Quartalen deutlich verbessert. Nach Schätzung von Analysten nähert sich die Gewinnmarge dem Ziel von 5 Prozent deutlich an.

Am Donnerstag erläutert Siemens die bereits am Dienstagabend überraschend vorab veröffentlichten Ergebnisse für das zweite Quartal seines Geschäftsjahres 2006/2007. Vorstandschef Klaus Kleinfeld hat sich persönlich dafür verbürgt, dass zu diesem Zeitpunkt alle Geschäftsbereiche die von der Konzernleitung vorgegebenen Margenziele erreichen.

Ebenfalls am Dienstag war bekannt geworden, dass der Siemens-Aufsichtsrat bei der Vertragsverlängerung von Kleinfeld zögert. Zunächst solle definitiv geklärt werden, ob der Vorstandschef in die Schmiergeldaffäre verstrickt sei. Der Konzern bekräftigte, dass der Aufsichtsrat am Mittwoch über die Zukunft von Kleinfeld entscheiden werde. Spekulationen, Linde-Chef Wolfgang Reitzle könnte für Kleinfeld auf den Siemens-Chefsessel rücken, wies ein Sprecher des Industriegasekonzerns zurück.

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