Napster-Streit Bertelsmann beschwichtigt

Nach den Musikkonzernen Universal und EMI einigt sich nun auch Warner Music im Napster-Streit mit Bertelsmann. Die Gütersloher entledigen sich damit Stück für Stück einer 17 Milliarden Dollar schweren Klage.

New York - Der Medienkonzern Bertelsmann hat sich im Rechtstreit um die inzwischen eingestellte Musiktauschbörse Napster mit Warner Music  geeinigt. Demnach erhält die US-Plattenfirma von dem Gütersloher Medienkonzern 110 Millionen Dollar, wie Warner Music am Dienstag mitteilte. Beide Seiten hätten ein Abkommen über Rechtsansprüche der US-Plattenfirma auf Musikaufnahmen und -veröffentlichungen erzielt.

Napster war vor Jahren Pionier der Internet-Musiktauschbörsen. Bertelsmann hatte im Jahr 2000 in die Tauschbörse investiert, woraufhin die Musikindustrie das Unternehmen in den USA auf mindestens 17 Milliarden Dollar Schadensersatz verklagte.

Die Gütersloher hatten der Plattform, die teilweise mehr als 40 Millionen Nutzer weltweit zählte, noch unter Konzernchef Thomas Middelhoff mehr als 80 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt. Auf Napster wurden jedoch unzählige Musikstücke zum Herunterladen angeboten, ohne dass Urheberrechte beachtet wurden. Im Juli 2001 musste Napster schließlich seinen Dienst einstellen.

Bertelsmann hat sich seitdem mit mehreren Unternehmen außergerichtlich geeinigt. Im vergangenen Herbst verständigten sich die Gütersloher mit Universal Presseberichten zufolge auf die Zahlung von 46 Millionen Euro.

Erst vor wenigen Wochen gab auch das britische Musikunternehmen EMI  die Beilegung des Rechtsstreits mit Bertelsmann bekannt, allerdings ohne Einzelheiten zu nennen. "Jetzt können wir dieses Thema hinter uns lassen und damit fortfahren, die Entwicklung von neuen, rechtmäßigen Geschäftsmodellen für digitale Musik voranzutreiben" sagte EMI-Chef Eric Nicoli erleichtert zu dem Streitende.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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