Telekom-Umbau Zähes Ringen

Im Streit um den Umbau bei der Telekom ringen Gewerkschaft und Unternehmen weiter um eine Einigung. Für den Fall, dass sich die Telekom nicht substanziell auf die Gewerkschaft zubewegen sollte, drohte Verdi mit einem Abbruch der Gespräche und möglichen Streiks.

Mayschoß - Im Konflikt um die Ausgliederung von 50.000 Mitarbeitern bei der Telekom  ringen Gewerkschaft und Unternehmen weiter um eine Einigung. Einen Durchbruch gab es bis zum Dienstagnachmittag allerdings nicht. Die Gespräche im rheinland-pfälzischen Mayschoß gelten als einer der letzten Versuche, einen Großkonflikt bei dem Bonner Konzern zu vermeiden. In der vergangenen Woche waren die Verhandlungen ausgesetzt worden.

"Es ist kein Fortschritt erkennbar", sagte ver.di-Sprecher Ado Wilhelm. Die Gewerkschaft werde daher mit den konkreten Maßnahmen für Streiks beginnen. "Die dazu nötige Urabstimmung könnte theoretisch bereits morgen stattfinden."

"Wir sind nach wie vor kompromissbereit", sagte der kommissarische Telekom-Personalchef Karl-Gerhard Eick der Nachrichtenagentur Reuters. Er kündigte Nachbesserungen in wesentlichen Streitfragen an. An der Ausgliederung der Service-Mitarbeiter aus der Festnetzsparte in drei neue konzerneigene Gesellschaften gehe aber kein Weg vorbei, um die Beschäftigung langfristig zu sichern. Ein weiterer Gesprächstermin ist für Mittwoch vereinbart.

Für den Fall, dass sich die Telekom nicht substanziell auf die Gewerkschaft zubewegen sollte, hatte Verdi bereits vor Beginn der Verhandlungen mit einem Abbruch der Gespräche gedroht. "Die Verhandlungen sind relativ festgefahren, die Gräben sind tief", sagte Verhandlungsführer Lothar Schröder. Der Abbruch der Verhandlungen sei immer eine Alternative, wenn sich die Parteien inhaltlich nicht aufeinander zubewegten.

Die Telekom solle ihr Angebot nachbessern. Es sei für die Mitarbeiter unzumutbar, die Gehälter zu kürzen und zugleich die Arbeitszeit zu verlängern. Die Telekom hatte einen Kompromissvorschlag präsentiert, der unter anderem eine Absenkung der Löhne um 12 Prozent in mehreren Schritten vorsah. Die Ausgliederung der Mitarbeiter in drei konzerneigene Gesellschaften lehnt Verdi ab. Die Gewerkschaft treffe Vorbereitungen für eine Urabstimmung, die Wut unter den Mitarbeitern sei groß, die Streikbereitschaft ebenfalls, hieß es.

Die Telekom signalisierte unterdessen weiter Verhandlungsbereitschaft. "Wir sind nach wie vor kompromissbereit", sagte der kommissarische Telekom-Personalvorstand Karl-Gerhard Eick vor Beginn der Verhandlungen.

Der Konzern habe sich über das Wochenende Gedanken gemacht, in welchen Punkten die Telekom auf Verdi zugehen könne, sagte Eick. Dabei sei es um die wesentlichen Punkte des von der Telekom vorgelegten Angebots gegangen, also um die Gehaltskürzungen, die verlängerte Wochenarbeitszeit und die Verlängerung des Kündigungsschutzes. "Der Vorschlag ist sehr konkret und sehr breit." Die Telekom will die Pläne aber notfalls auch ohne die Zustimmung der Gewerkschaft zum 1. Juli umsetzen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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