Sony Verspätung führt zu Entlasssungen

Durch die verspätete Einführung der Spielkonsole Playstation 3 hat Sony Marktanteile an Microsoft und Nintendo verloren. In der europäischen Elektroniksparte des Konzerns sollen jetzt bis zu 10 Prozent der Stellen gestrichen werden.

Tokio - Als Folge der Verzögerungen bei der Auslieferung der Spielkonsole Playstation 3 (PS3) plant Sony  Entlassungen in Europa. In der europäischen Playstation-Produktion seien die 1900 Beschäftigten über Stellenstreichungen informiert worden, sagte Unternehmenssprecher Satoshi Fukuoka am Donnerstag. Zahlen nannte er nicht. In Nordamerika seien dagegen keine Entlassungen geplant.

Die japanische Wirtschaftszeitung "The Nikkei" berichtete, Sony wolle in Europa 160 Stellen streichen, also fast 10 Prozent seiner Playstation-Belegschaft. Sony hat in Europa Marktanteile an Microsofts Xbox 360 und Nintendos Wii verloren, weil wegen Produktionsproblemen mit einem wichtigen Bauteil die neue Generation seiner Spielkonsole erst vor wenigen Wochen in den Handel kam.

Fukuoka wollte den Zeitungsbericht nicht bestätigen. Die beschlossenen Stellenstreichungen spiegelten eine Anpassung an die Entwicklung bei Spielen insgesamt wieder, nicht nur der verspäteten Einführung der PS3, sagte er.

Die Art, wie Spielkonsolen genutzt würden, verändere sich, so Fukuoka. Viele Kunden nutzten die Geräte nicht mehr ausschließlich zum Spielen, sondern auch um ins Internet zu gehen, Videos abzuspielen und Fotos anzusehen. "Dieser Schritt zielt darauf ab, unseren Wettbewerbsvorteil in einem sich verändernden wirtschaftlichen Umfeld zu behalten", erklärte der Sony-Sprecher in Anspielung auf die geplanten Entlassungen.

Mit dem verspäteten Start der PS 3 bescherte Sony der Xbox 360 des Konkurrenten Microsoft  einen Zeitvorteil von gut einem Jahr. Microsoft verkaufte seit 2005 etwa zwei Millionen Konsolen in Europa, weltweit wurden rund zehn Millionen verkauft. Auch Wettbewerber Nintendo  war im Dezember 2006 mit der neuen Spielkonsole Wii an den Start gegangen. Verkaufszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr liegen allerdings noch nicht vor.

Vor allem in der Elektroniksparte versucht Sony schon seit einigen Jahren, die Konkurrenz einzuholen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr prognostiziert der Konzern allerdings Verluste im Bereich Unterhaltungselektronik.

Selbst wenn der Absatz der Playstation 3 nicht zufriedenstellend ist, konnte Sony mit seiner Spielkonsole zumindest dem Blu-ray-Format zum Aufschwung verhelfen. Die Spielkonsole ist mit einem integrierten Blu-ray-Player ausgestattet. Seit die PS 3 auf den Markt kam, stieg der Absatz des potenziellen DVD-Nachfolgeformats, das gegen die HD-DVD antritt, gewaltig an. Von rund 1000 verkauften Einheiten in der Woche vor der Markteinführung stieg die Zahl auf über 7100.

manager-magazin.de mit Material von ap

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