Powerpoint-Pendant Google vs. Microsoft

Während die Konkurrenz noch über den Doubleclick-Kauf mosert, plant Google schon den nächsten Coup: Der Internetkonzern will ein Programm anbieten, das mit Microsofts Powerpoint vergleichbar ist. Mit einer weiteren technischen Neuerung will Google den Medienriesen Viacom beschwichtigen.

San Francisco - Anders als bei dem Konkurrenten Microsoft  könnten die Nutzer von Google  das Powerpoint-Pendant "Google Docs & Spreadsheets" über das Internet nutzen und auf den Servern des Unternehmens ablegen, wie Google-Chef Eric Schmidt auf einer Branchenkonferenz sagte. Wie das Kaufprogramm Powerpoint soll die Google-Anwendung die Erstellung und Bearbeitung von Präsentationen ermöglichen.

Der Konflikt zwischen Google und Microsoft hat sich in den vergangenen Tagen verschärft, nachdem der Internetkonzern den Onlinevermarkter Doubleclick für 3,1 Milliarden US-Dollar übernommen hatte. Microsoft-Chefjurist kritisiert, der Doubleclick-Kauf führe die beiden größten Anbieter von Internetwerbung zusammen und schränke erheblich den Wettbewerb in der Branche ein. Google und Doubleclick würden zusammen mehr als 80 Prozent der Werbung umschlagen, die ein Internetnutzer sieht, wenn er eine Webseite ansteuert.

Google-Chef Schmidt wies die Vorhaltungen zurück: "Die Vorwürfe sind komplett falsch." Microsoft und AT&T  hätten selbst ihre "Kartell-Scharmützel" ausgetragen. Microsoft will sein Internetgeschäft deutlich ausbauen und soll selbst an einer Übernahme von Doubleclick interessiert gewesen sein.

Google will Viacom-Streit technisch lösen

Die Auseinandersetzung mit Microsoft ist nicht die einzige, die Google derzeit austragen muss: Der MTV-Mutterkonzern Viacom hat im März bei einem New Yorker Bezirksgericht Klage gegen Google eingereicht und fordert mehr als eine Milliarde Dollar Entschädigung. Google und Youtube hätten unerlaubt Viacom-Programminhalte verbreitet, hieß es zur Begründung.

Dagegen will Google nun mit technischen Mitteln vorgehen: Der Internetkonzern will ein Programm installieren, das Copyrightverletzungen im Videoportal Youtube automatisch erkenne und Medienunternehmern damit die Anzeige erleichtere, sagte Konzernchef Schmidt. Damit würden Vorwürfe hinfällig, Google toleriere unberechtigtes Kopieren von fremdem Videomaterial. Mit der Installation des neuen Programms werde der Milliardenklage von Viacom die Basis entzogen, sagte Schmidt.

Youtube verhindert bislang nicht von vornherein das Heraufladen von urheberrechtlich geschütztem Material. Wenn das Portal aber von den Rechteinhabern dazu aufgefordert wird, entfernt es die entsprechenden Videoclips aus seinem Angebot.

Google hatte das bei Internetnutzern sehr populäre Portal Youtube im Herbst übernommen, will es zu einem dominierenden Vertriebsweg für Unterhaltung machen und gleichzeitig als Werbeplattform ausbauen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters