Süddeutscher Verlag Richter erlaubt Verkauf

Ein Gericht hat den Weg für den geplanten Verkauf des Süddeutschen Verlags frei gemacht. Die verkaufswilligen Gesellschafter dürfen demnach Verkaufsunterlagen über das Unternehmen, das die "Süddeutsche Zeitung" herausgibt, erstellen und Interessenten anbieten.

München - Das Landgericht München wies mit dem Urteil einen Antrag des Miteigentümers Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) auf eine einstweilige Verfügung zurück, die damit den Verkaufsprozess des Süddeutschen Verlags stoppen wollte. Die SWMH will den Richterspruch vor dem Oberlandesgericht anfechten.

Die schwäbische Medienholding, die 18,75 Prozent der Anteile am Süddeutschen Verlag hält, sieht sich bei ihrem Vorkaufsrecht übergangen. Der Rest der Anteile liegt in den Händen von fünf Eigentümerfamilien. Davon haben vier - ihre Anteile liegen je zwischen rund 8 und 19 Prozent - die Wirtschaftsprüfungsfirma KPMG damit beauftragt, Verkaufsunterlagen für Interessenten anzufertigen.

Die SWMH pocht darauf, erst einem Käufer mit konkretem Interesse interne Unterlagen und finanzielle Details zugänglich zu machen. Die Schwaben bieten nach Angaben des SWMH-Anwalts Thomas Trölitzsch selbst mindestens 7,5 Millionen Euro je Prozentpunkt am Süddeutschen Verlag. "Wir sind an der Mehrheit interessiert", sagte der stellvertretende SWMH-Aufsichtsratschef Richard Rebmann in einer Prozesspause. Die vier Besitzerfamilien wollten nur den Preis in die Höhe treiben. "Die wollen keinen fairen Wert, die wollen verzocken", sagte Trölitzsch.

DuMont Schauberg gilt als weiterer Interessent

Auch die Kölner Verlagsgruppe DuMont Schauberg hatte Interesse am Süddeutschen Verlag signalisiert. Von den Eigentümern sperrt sich neben der SWMH auch die Familie Friedmann gegen einen Verkauf vor allem an Finanzinvestoren. Mitgesellschafter Johannes Friedmann hatte erklärt: "Eine Heuschrecke darf niemals Herausgeber der 'SZ' werden."

Sollten die Alteigentümer die SWMH bei der Abgabe ihrer Anteile ausbooten, würden die Stuttgarter dem neuen Mehrheitsbesitzer das Leben schwer machen, kündigte Rebmann an. "Wir bleiben drin. Das wird dann schwierig für einen Investor, wenn die Familie Friedmann und die SWMH drin bleiben." Zusammen halten beide 37,5 Prozent an dem Verlag.

Die Stuttgarter Medienholding hatte 2002 mit ihrem 150 Millionen Euro teuren Einstieg das finanziell angeschlagene Verlagshaus der Süddeutschen Zeitung vor einer Insolvenz bewahrt.

manager-magazin.de mit Material von reuters