Telekom Vivendi greift nach Club Internet

Die Vivendi-Beteiligung Neuf Cegetel steht einem Zeitungsbericht zufolge vor dem Zuschlag für das französische Breitbandgeschäft der Deutschen Telekom. Der Bonner Konzern will sich aber offiziell noch nicht festlegen.

Paris - Es war Mitte Februar, als bekannt wurde, dass Telekom-Chef René Obermann prüft, die Auslandstöchter der rosa Riesen zu verkaufen. Schnell wurden die Namen von möglichen Interessenten gehandelt, beispielsweise für den französischen Internetanbieter Club Internet, der in Frankreich auf einen Marktanteil von etwa 4,6 Prozent bei schnellen DSL-Anschlüssen kommt.

Nun soll nach einem Bericht der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos" die Vivendi-Beteiligung Neuf Cegetel kurz davor stehen, die Internetfirma zu übernehmen. Das Telekommunikationsunternehmen habe sich in einer Ausschreibung mit einem Angebot zwischen 430 und 460 Millionen Euro gegen den Konkurrenten Free durchgesetzt, berichtete die Zeitung. Free habe für die Telekom-Tochter Club Internet 380 bis 400 Millionen Euro geboten.

Die beiden französischen Unternehmen sowie die Deutsche Telekom waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Gegenüber manager-magazin.de sagte Telekom-Sprecher Andreas Leigers, dass der Konzern einen Verkauf prüfe. Weiter wolle er die Spekulationen nicht kommentieren.

Club Internet verzeichnete 2006 einen operativen Verlust von rund 100 Millionen Euro. Der Umsatz lag bei über 200 Millionen Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters