Apple Schleichender Leopard

Manchmal muss man Prioritäten setzen. So auch Apple: Der US-Konzern hat die Einführung seines Betriebssystems Mac OS X Leopard um vier Monate auf Oktober verschoben. Die Begründung: Die Entwickler konzentrieren sich auf die Einführung des iPhones.

San Jose - "Das Leben fordert manchmal Kompromisse und wir sind sicher, dass wir in diesem Fall den richtigen gewählt haben", so Apple  in einer Stellungnahme. Bisher sollte das Betriebssystem MacOS mit der Bezeichnung Leopard bereits im Juni erscheinen. Apple begründete die Verzögerung mit der Einführung des Mobiltelefons iPhone, das in den USA Ende Juni und in Europa bis Ende des Jahres in die Läden kommen soll.

Zur Entwicklung der iPhone-Software seien Programmierer aus dem Leopard-Projekt abgezogen worden, erklärte Apple. Um der Mac-Community einen ersten Einblick in Leopard zu geben, sollen die Teilnehmer einer fünftägigen Entwicklerkonferenz ab 11. Juni in San Francisco eine vorläufige Version erhalten. "Wir denken, dass sich das Warten lohnen wird", erklärte Apple. Mac OS X Leopard soll den Desktop der Mac-Rechner mit getrennten Bildschirmbereichen (Spaces) übersichtlicher gestalten. Außerdem sind eine "Zeitmaschine" für ein intelligentes Datenbackup und ein neues Mailprogramm geplant.

Leopard ist das sechste Update seit der Einführung von Mac OS X im Jahr 2001. Das System verbindet einen Unix-Kern mit einer grafischen Benutzeroberfläche. Im Unterschied zu dem Konkurrenzunternehmen Microsoft , das im Januar sein Betriebssystem Windows Vista eingeführt hat, sind Produktverschiebungen bei Apple bisher unüblich gewesen. Für das aktuelle Mac-Betriebssystem Tiger gab es mehrere Zwischenversionen, zurzeit ist die Version 10.4.9 aktuell.

Das iPhone wurde im Januar angekündigt. Das Gerät verbindet den MP3-Spieler iPod mit den Funktionen eines Mobiltelefons, bedient wird es über einen berührungsempfindlichen Bildschirm. Für den US-Markt sind zwei Versionen mit einem internen Speicher von vier Gigabyte für 499 Dollar (370 Euro) und acht Gigabyte für 599 Dollar (445 Euro) geplant.

Die Aktienbörse reagierte mit einem Kursabschlag auf die Ankündigung. Die Anteilsscheine von Apple verloren im nachbörslichen Handel 1,75 Dollar oder nahezu 2 Prozent auf 90,44 Dollar.

manager-magazin.de mit Material von ap