Filme im Netz Hollywood zum Selberbrennen

T-Online wird künftig im Internet Kinofilme anbieten, die legal auf DVD gebrannt werden können. Ob das neue Angebot ein Erfolg wird, dürfte vom Preis abhängen. Den hält die Tochter der Deutschen Telekom aber noch geheim.

Hamburg - DVD-Filme zum Ausleihen gibt es bei T-Online schon eine ganze Weile. Allerdings nur für Kunden, die auch ihren DSL-Anschluss über den größten deutschen Internetprovider beziehen. Ab dem kommenden Quartal will der Konzern nun einen Schritt weiter gehen. Dann soll man über T-Onlines Videoportal gekaufte Filme nicht nur am PC betrachten, sondern auch legal auf DVDs brennen können. Zudem sei das neue Angebot von jedem DSL-Anschluss aus nutzbar, gab der Konzern bekannt.

Als Contentpartner hat T-Online das Hollywood-Filmstudio Universal an sich gebunden. Der bereits mit Universal bestehende Vertrag wurde um vier Jahre verlängert.

Dementsprechend sollen zum Start des Download-DVD-Verkaufs zunächst einige Filme aus dem Universal-Angebot in den virtuellen Regalen liegen. Darunter "The Fast and the Furious 3. Tokyo Drift", "Jarhead" und "The Inside Man." Darüber hinaus soll es auch einige Serien sowie Kurzfilmpakete zum Kauf geben.

Im Kaufpreis der Online-DVDs soll neben dem Recht, eine DVD zu brennen, auch das Recht enthalten sein, den Film auf mehrere PCs und teilweise auch auf mobile Geräte zu kopieren.

Als Kopierschutz setzt das Unternehmen auf fluxDVD. Bei diesem von der Dortmunder Firma ACE entwickelten System werden die Filme in einem speziell geschützten Format auf den Rechner des Käufers übertragen und erst dort in das DVD-Videoformat umgewandelt, sodass der Film auf DVD gebrannt werden kann. Nach Angaben des Herstellers können solche DVDs von jedem handelsüblichen DVD-Player abgespielt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, per fluxDVD auch ein DVD-Cover zum selber Drucken mitzuschicken. Allerdings läuft die Software derzeit nur auf Computern mit Windows XY-Betriebssystem.

Unklare Preisgestaltung

Mit der Entscheidung für fluxDVD hat sich die Telekom allerdings gleichzeitig gegen das gerade erst ratifizierte "Recordable CSS" entschieden. Um dieses System nutzen zu können, müssten die Anwender allerdings nicht nur spezielle neue Brenner anschaffen, sondern außerdem besondere CSS-DVD-Rohlinge verwenden. Ob potenzielle Kunden bereit wären, diese Kosten zu tragen, nur um den neuen Dienst zu nutzen, ist fraglich. Überdies gilt der CSS-Kopierschutz seit einiger Zeit als geknackt, bietet also keine wirkliche Sicherheit mehr.

"Wir sind sehr stolz darauf, unseren Video-on-Demand-Service um dieses neue Serviceangebot erweitern zu können. Erstmals in Deutschland können Kunden Filme legal und kostengünstig mit einer Brennoption herunterladen – ganz ohne Medienbruch", sagt der T-Online-Manager Marc Schröder.

Darüber, was genau dieses neue Angebot die Kunden kosten wird, schweigt sich der Konzern derzeit allerdings noch aus. Die Preise sollen "in der Regel" unter denen regulärer Kauf-DVDs liegen. Das müssen sie auch. Schließlich kommen zu den Kosten für den Download noch der Preis für einen Rohling, einen DVD-Hülle und den Ausdruck des Covers, da kommen schnell ein paar Euro zusammen.

SPIEGEL ONLINE