Deutsche Telekom Jetzt wird gestreikt

Der Konflikt bei der Deutschen Telekom um die geplante Auslagerung von rund 50.000 Mitarbeitern spitzt sich zu. Am Mittwoch rief die Gewerkschaft Verdi rund 1000 Beschäftigte an sechs Standorten zu ersten Warnstreiks auf.

Bonn - Betroffen seien zwei Niederlassungen in Berlin sowie vier Standorte in Niedersachsen und Bremen, teilte Verdi mit. Insgesamt seien rund 1000 Beschäftigte, davon etwa 300 bis 400 in der Hauptstadt, für die gesamte Dienstschicht zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Die Warnstreiks stehen im Zusammenhang mit den Verhandlungen zwischen Verdi und der Deutschen Telekom  über die von dem Unternehmen geplante Auslagerung von rund 50.000 Mitarbeitern der insgesamt 160.000 inländischen Beschäftigten in Tochterunternehmen. "Die Beschäftigten streiten dafür, dass die Telekom mit der Gewerkschaft einen tariflichen Schutz bei der geplanten Auslagerung in Servicegesellschaften vereinbart", sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder.

Die Verhandlungen werden am Donnerstag fortgesetzt, nachdem es in zwei vorangegangenen Gesprächsrunden nicht zu einer Annäherung gekommen war. "Da erwarten wir jetzt ein klares Signal des Telekom-Vorstands", erklärte Schröder. Wenn dieses Signal ausbliebe, sei mit weiteren Warnstreikaktionen zu rechnen. Zuletzt war am Dienstag und Mittwoch vergangener Woche in Siegburg bei Bonn verhandelt worden.

Der Telekom-Vorstand will durch den Konzernumbau die Kosten drastisch reduzieren. Neben Einschnitten bei den Löhnen ist auch die Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 34 Stunden auf mindestens 38 Stunden geplant. Berufsanfänger bei T-Service sollen zudem künftig deutlich weniger verdienen.

Die Gewerkschaft lehnt die Pläne ab. Sollte keine Einigung mit Verdi erzielt werden, will das Bonner Unternehmen den Umbau auch ohne Zustimmung der Gewerkschaft durchsetzen.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa-afx

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