United Internet Dommermuth bescheiden

Für das vergangene Geschäftsjahr legte United-Internet-Chef Ralph Dommermuth Rekordzahlen vor. Für 2007 erwartet der CEO des Internetdienstleisters zwar ebenfalls ein deutliches Wachstum, er legt die Messlatte aber niedriger.

Frankfurt am Main - Der zweitgrößte deutsche Internetanbieter United Internet  erwartet 2007 ein geringeres Wachstum als im sehr starken vergangenen Geschäftjahr. In der laufenden Periode sollen Umsatz und Gewinn um 30 bis 40 Prozent zulegen, wie der Vorstandsvorsitzende Ralph Dommermuth am Freitag sagte.

2006 hatte das TecDAX-Unternehmen aus Montabaur noch Steigerungsraten zwischen 60 und 80 Prozent erzielt. Dommermuth sprach vom bisher besten Jahr in der Unternehmensgeschichte.

Konkret rechnet der Vorstandsvorsitzende 2007 mit einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro (2006 1,17 Milliarden Euro). Beim Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) rechnet der zweitgrößte DSL-Anbieter nach der Deutschen Telekom  mit einem Sprung von 221 Millionen auf rund 300 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern soll von 171 Millionen auf rund 240 Millionen Euro klettern.

United Internet will im nächsten Jahr auch ohne Sondereffekte ein Ergebnis je Aktie auf der für 2007 erwarteten Höhe erzielen. Der Gewinn werde sich 2008 rein aus dem operativen Geschäft speisen, sagte Dommermuth.

Für 2007 erwartet der Vorstandsvorsitzende eine Steigerung beim Ergebnis pro Aktie auf 0,83 von 0,43 Euro. Hier wirke sich im wesentlichen der Erlös aus dem Verkauf des Outsourcinggeschäfts Twenty 4 Help von rund 67 Millionen Euro aus.

Zur Erschließung neuer Geschäftsfelder will United Internet 2007 zusätzliche Mittel von rund 25 Millionen Euro investieren. Diese sollen unter anderem in die Expansion des Internet-Portalgeschäfts und in den Ausbau der Auslandsaktivitäten in Spanien, Großbritannien und USA gehen.

Der hohe Zuwachs an DSL-Kunden wird nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzendem in diesem Jahr anhalten. Er rechne mit einem ähnlichen Nettowachstum wie 2006, sagte Dommermuth. Im vergangenen Jahr war die Zahl der DSL-Nutzer bei United Internet um 31 Prozent auf 2,27 Millionen gestiegen.

Das Unternehmen mit Sitz in Montabaur profitiert nach eigenen Angaben vor allem von der hohen Nachfrage nach Breitbandanschlüssen sowie seinem Bereich Webhosting - dem Unterbringen (Hosting) von Webseiten auf dem Server eines Providers. Zu United Internet gehören die Marken 1&1, GMX und Web.de.

manager-magazin.de mit Material von dpa und vwd