Otto Amazon dicht auf den Fersen

Der Versandhandelskonzern Otto erwirtschaftet inzwischen knapp ein Viertel seines Umsatzes im Internet. Im vergangenen Geschäftsjahr stiegen die Erlöse im Web so stark an, dass Otto bereits zum weltweit zweitgrößten Internethändler aufgestiegen ist.

Hamburg - Die Onlinenachfrage sei in dem am 28. Februar beendeten Geschäftsjahr 2006/2007 um ein Drittel auf mehr als vier Milliarden Euro gestiegen, teilte Otto mit. Damit ist der Konzern nach Amazon  der weltweit zweitgrößte Internethändler und in Deutschland sogar Marktführer.

Im gesamten Konzern seien die Erlöse gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro geklettert, hieß es. Zum Gewinn wurden keine konkreten Angaben gemacht. Allerdings soll das Vorsteuerergebnis des Vorjahres von 459 Millionen Euro überproportional gesteigert worden sein.

"Wir sind mit dem erreichten Umsatz und Ertrag in allen Segmenten unseres Unternehmens sehr zufrieden", sagte Konzernchef Michael Otto. In Deutschland, wo Otto im Jahr zuvor Umsatz verloren hatte, sei die Wende mit einem Umsatzplus von 1,2 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro gelungen.

Otto führte diese Entwicklung gegen den Markttrend vor allem auf innovative Katalog- und Internetkonzepte zurück. Ohne die negativen Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung, die den Umsatz der Universalversender in den Monaten Januar und Februar negativ beeinflussten, wäre ein noch besseres Ergebnis erreichbar gewesen.

Das wesentliche Wachstum verzeichnete Otto im Ausland, das mittlerweile knapp 55 Prozent zum Konzernumsatz beisteuert. So stiegen die Umsätze im europäischen Ausland um 8 Prozent auf sieben Milliarden Euro und in Nordamerika um 7 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. In Asien wirkte sich der starke Euro besonders ungünstig aus, was zu einem wechselkursbedingten Rückgang der Umsätze um 1,4 Prozent auf 267 Millionen Euro führte.

Die Otto-Gruppe beschäftigt in 19 Ländern rund 55.000 Mitarbeiter. Neben dem gleichnamigen Versandhaus gehören in Deutschland unter anderem der Paketversender Hermes, die Schwab Gruppe, die Hanseatic Bank, der Baur Versand, die Modekette Zara und die Sportfachgeschäfte Sport Scheck zum Unternehmen.

manager-magazin.de mit Material von ap, ddp und dpa

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