Balda Abgestürzt

Die Pleite der Deutschland-Tochter von BenQ Mobile hat den Handyausrüster Balda im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen katapultiert. Für 2007 rechnet das Unternehmen dank der Zusammenarbeit mit Apple allerdings wieder mit einem Überschuss.

Frankfurt am Main - Im vergangenen Jahr sei ein Fehlbetrag von 42 Millionen Euro angefallen, der Vorsteuerverlust habe wegen verlorener Aufträge bei knapp 50 Millionen Euro gelegen, teilte Balda  am Mittwoch mit. Ein Jahr zuvor betrug der Jahresüberschuss noch 33,4 Millionen Euro.

Insbesondere durch die Pleite der Deutschland-Tochter von BenQ Mobile und die beschleunigte Verlagerung der Produktion der Mobiltelefonhersteller nach Asien sei das zweite Halbjahr von Sondereffekten geprägt gewesen, hieß es. Diese Belastungen und die sich daraus ergebenden Unternehmensverkäufe hätten zu negativen Resultaten auf allen Ergebnisstufen geführt. Bereits im Oktober 2006 hatte Balda die Erwartungen binnen vier Wochen zweimal gesenkt und einen Verlust vor Steuern von 45 Millionen bis 50 Millionen Euro angekündigt.

Für 2007 ist das Unternehmen jedoch optimistisch. Balda erwartet in diesem Jahr einen Vorsteuergewinn von 50 bis 55 Millionen Euro. Grund sei der erwartete Umsatzanstieg um rund 70 Prozent auf bis zu 650 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie werde bei mehr als 0,90 Euro liegen, teilte Balda mit.

Keine Dividende

Wesentlichen Auftrieb soll das Geschäft mit Tastbildschirmen (Touchscreens) bringen, über die ein Handy bedient werden kann. Balda war 2006 mit einer Beteiligung in diese Technologie eingestiegen und liefert künftig die Bildschirme für das neue Multimedia-Mobiltelefon iPhone von Apple .

Auf Grund der Geschäftsentwicklung will das Unternehmen für 2006 keine Dividende an die Aktionäre ausschütten, der Hauptversammlung werde ein entsprechender Vorschlag unterbreitet. Die Aktien gaben am Vormittag um 3,67 Prozent auf 10,50 Euro nach. Damit erholten sich die Papiere von dem kurz nach der Eröffnung markierten Tief bei 10,02 Euro.

Balda produziert Kunststoffteile vor allem für die Mobilfunkindustrie und hat Werke in Europa, Amerika, China, Malaysia und Indien. Nach dem Verkauf von mehreren Werken und dem Abbau von 1500 Arbeitsplätzen sind derzeit noch 8315 Mitarbeiter bei dem Konzern beschäftigt.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters und vwd

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.