Google Bunt dekoriert

Für viele Google-Nutzer ist die Schlichtheit der Webseite einer der Hauptgründe für das Ansteuern der Suchmaschine. Wer es jedoch ein bisschen ausgefallener mag, kann die Startseite auch ganz nach seinem Geschmack einrichten - ab sofort auch im Stil eines japanischen Teehauses.

San Francisco - Bei Google  wird es heimeliger - wenn man will. Eine der puristischsten Webseiten im Internet, die gerade deshalb von vielen Nutzern geliebt wird, bietet seit Dienstag die Möglichkeit, den Kopfteil der englischen Seite mit bunten Bildern zu hinterlegen.

Sechs sogenannte Themen stehen zunächst zur Wahl, darunter eine Winterlandschaft, ein japanisches Teehaus oder auch eine Strandszene. Voraussetzung, um die Google-Startseite verändern zu können, ist aber, dass man sich dort angemeldet und ein Nutzerkonto eingerichtet hat. Ansonsten bleibt es beim schlichten "Classic"-Look.

Google bietet damit eine weitere Möglichkeit, die Startseite den eigenen Bedürfnissen anpassen zu können. Schon früher war es möglich, zum Beispiel aktuelle Nachrichten, Börsenkurse und das Wetter dort in kleinen Kästchen erscheinen zu lassen. Der Nutzer solle sich mit den neuen Themen, den sogenannten Skins, noch mehr zu Hause fühlen bei Google, erklärte Vizepräsidentin Marissa Mayer.

"Google ist für viele Menschen das Tor zum Internet geworden, deshalb wollten wir, dass die Seite so etwas wie ein Online-Wohnzimmer wird", sagte Mayer. "Wir glauben, dass wir die Dinge auf sehr geschmackvolle und nützliche Weise personalisieren."

Rivale Yahoo  experimentiert auch schon seit einiger Zeit mit einer Reihe von dekorativen Themen, mit denen sich die persönliche "MyYahoo"-Seite einrichten lässt. "Für Google ist das ein größerer Schritt, da sie immer sehr stolz auf ihre schlichte weiße Seite waren", erklärte Dan Cohen, der sowohl bei Google als auch bei Yahoo an der Personalisierung mitarbeitete, bevor er Chef von Pageflakes wurde, einem Start-up für persönliche Websites.

Bei Google steht der Einsatz von mehr Grafik aber auch für den Wandel, den das Unternehmen in den vergangenen Jahren durchgemacht hat - von der reinen Suchmaschine zum Anbieter zahlreicher Dienstleistungen wie E-Mail, Instant Messaging, Fotoplattform, Shoppingseite und Kartenanbieter.

Geschadet hat die Expansion Google bislang nicht. Der Gewinn vor allem aus der Internetwerbung wurde im vergangenen Jahr auf 3,1 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) mehr als verdoppelt.

Michael Liedtke, ap