SAP Mehr Macht für Indien

Bisher wurden wichtige Entwicklungsentscheidungen bei SAP ausschließlich am Heimatstandort Walldorf in Deutschland getroffen. Nun dreht der Softwarehersteller den Spieß um: Künftig sollen Manager aus Walldorf an einen Chef in Indien berichten. Die Sorge in der Unternehmenszentrale wächst.

Bangalore - "Das Herz der Entwicklung schlägt nicht mehr ausschließlich in Walldorf", sagte SAP-Indien-Chef Clas Neumann dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). Künftig berichteten Entwicklungsmanager in Walldorf an einen Chef in Indien.

Neumann leitet laut "Handelsblatt" in Bangalore ein Team aus Indern, Chinesen und Deutschen. Die Mitarbeiter sind für die schlüsselfertige Entwicklung der Benutzeroberfläche der neuen Mittelstandssoftware verantwortlich, mit der SAP  demnächst auf den Markt kommt.

Das Thema Verlagerung von Entwicklungskompetenzen sorgt seit Monaten für Unruhe am SAP-Heimatstandort Walldorf. Das Unternehmen zählt Indien zu seinen wichtigsten Märkten und hat dort bereits eine halbe Milliarde Dollar investiert. Ab diesem Jahr will der Softwarekonzern dort ein Fünftel seiner Entwicklungsarbeit leisten.

Zentrum des indischen Aufschwungs am Softwaremarkt ist Bangalore. Der Ort ist mit 3000 Mitarbeitern der zweitgrößte Entwicklungsstandort nach dem badischen Walldorf.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, reuters und vwd