Mobile Auslandsgespräche "Maximal 50 Cent"

Die EU-Telekommunikationsminster haben sich am Rande der Cebit auf eine Preisobergrenze für Handytelefonate über europäische Grenzen hinweg geeinigt. Dadurch sollen die Gespräche für Verbraucher künftig deutlich günstiger werden.

Hannover - Die 27 EU-Telekommunikationsminister einigten sich bei einem informellen Treffen am Donnerstag grundsätzlich auf eine Regelung für die sogenannten Roaminggebühren, die bei internationalen Mobilfunkverbindungen anfallen. Das teilte EU-Medienkommissarin Viviane Reding am Donnerstag nach einem Treffen der Minister während der Computermesse Cebit mit.

Der maximale Nettopreis werde bei 50 Cent pro Minute liegen, sagte Reding. Bislang ist in der Regel mehr als ein Euro fällig. Die Einigung soll bis Juni endgültig unter Dach und Fach gebracht werden. Einer Deckelung der Preise müssen noch das Europäische Parlament sowie die Minister der Mitgliedstaaten formal zustimmen.

Die Unternehmen kritisierten die geplante Preisregulierung. "Die Tendenz zeigt ganz klar, dass die Preise für Telefonate im Ausland sinken", sagte ein T-Mobile-Sprecher. Die Preise seien in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt worden, zuletzt im Januar. Der Deutschland-Chef von Vodafone , Friedrich Joussen, sieht den Wettbewerb durch die Regulierung gefährdet. Die Idee der EU-Kommission bringe aus seiner Sicht den Wettbewerb zum erliegen, sagte er.

Von der derzeitigen Regelung profitieren vor allem die Mobilfunkanbieter in den Urlaubsländern Italien und Spanien. Vodafone D2 wie auch die Telekom geben die hohen Gebühren nur zum Teil an ihre Kunden weiter. Bei T-Mobile macht dies nach Angaben des Unternehmens jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag aus.

Die EU-Kommission hatte im vergangenen Sommer vorgeschlagen, eine Obergrenze für die sogenannten Roaminggebühren für Telefonate im europäischen Ausland festzusetzen. Diskussionen gibt es auch darüber, ob die Regulierung auf Datendienste ausgeweitet werden soll. Dafür setzten sich EU- Parlamentarier ein, sagte Reding.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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