Premiere Offensive gegen Stargate

Der Pay-TV-Sender Premiere will sein Satellitenangebot deutlich ausweiten und ab Herbst unter dem Namen Premiere Sky offensiv vermarkten. Der Chef des neuen Tochterunternehmens kommt von der Konkurrenz.

Frankfurt am Main - Über das Angebot "Premiere Sky" können andere Bezahlfernsehfirmen ihre digitalen Programme vermarkten, wie das Münchener Unternehmen mitteilte. Damit wolle Premiere  auch neue Kundengruppen ansprechen. erstmals werde das Unternehmen ein Pay-TV-Angebot starten, das zunächst exklusiv über Satellit verbreitet werden soll, hieß es weiter.

Mit dem Vorstoß reagiert der Sender auf die geplante neue Konkurrenz durch den unabhängigen Satellitenfernseh-Vermarkter Stargate, der über die SES-Astra-Plattform Entavio verbreitet werden soll. Der Start von Stargate gilt nun allerdings als fraglich, denn Premiere beruft als Geschäftsführer der neuen Tochtergesellschaft Premiere Sky ausgerechnet Wolfram Winter. Der Fernsehmanager hatte bisher als designierter Chef von Stargate das Projekt maßgeblich vorangetrieben.

Anfang März berichtete das Fachblatt "epd"-Medien noch, dass Winter mit Investoren verhandele. Auf einen genauen Starttermin von Stargate wollte sich der Manager nicht einlassen. Ursprünglich sollte der Satellitenanbieter bereits im März starten, inzwischen ist von Herbst die Rede. In der Branche wurde schon spekuliert, dass möglicherweise Premiere selber oder der Axel Springer Verlag  bei dem neuen Anbieter einsteigen wollten. Doch mit der Abwerbung von Winter könnte Permiere-Chef Georg Kofler nun ein entscheidender Schlag gegen die aufziehende Konkurrenz gelungen sein.

Laut "FAZ" soll Premiere Sky zunächst vollständig von Premiere kontrolliert werden. Der Bezahlsender sei jedoch für Minderheitsgesellschafter offen. Am Dienstagvormittag stiegen die Premiere-Aktien um 0,61 Prozent auf 14,80 Euro. Zuvor hatte die WestLB den Bezahlsender von "Hold" auf "Add" hochgestuft und das Kursziel von 15 auf 17,50 Euro erhöht.

manager-magazin.de mit Material von reuters, vwd, ddp, und dpa-afx