Mittwoch, 24. April 2019

WAZ-Gruppe Brost-Holding mit neuer Führung

2. Teil: Wer kommt an Hombachs Seite?

Wer kommt an Hombachs Seite?

Weiterhin ungeklärt bleibt allerdings, wer ab April für die Funke-Seite in die Geschäftsführung der WAZ-Gruppe einzieht, wo nach dem Ausscheiden von Detlef Haaks nur noch der Brost-Statthalter Bodo Hombach tätig ist.

Seit Monaten kann sich die untereinander zerstrittene FFG nicht auf einen oder zwei ihr zustehende Geschäftsführer einigen. Nun fürchtet man um den Einfluss an der Konzernspitze.

Wie in der Essener Verlagszentrale zu hören, hat sich Günter Grotkamp (80) Ende Februar bereit erklärt, Anfang April interimistisch und ohne Gehalt für die FFG in die WAZ-Geschäftsführung zurückzukehren. Sollte es dazu kommen, wäre es eine personelle Sensation.

38 Tageszeitungen, 108 Zeitschriften

Grotkamp gilt als Architekt der WAZ-Gruppe, er hatte über 20 Jahre lang gemeinsam mit Erich Schumann den Medienkonzern geführt. 1999 ist er aus Altersgründen zurückgetreten. Die FFG-Gesellschafter wollen in den nächsten Tagen über Grotkamps Idee beraten.

Der Umsatz der WAZ-Gruppe, die auch in Südosteuropa und Österreich ("Kronenzeitung") machtvoll vertreten ist, beträgt rund zwei Milliarden Euro. Der Verlag beschäftigt 16.000 Mitarbeiter und publiziert 38 Tageszeitungen, 108 Zeitschriften und 133 Anzeigenblätter.

In Deutschland gibt der Medienriese neben der namensgebenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" auch die "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" heraus, dazu "Westfälische Rundschau", "Westfalenpost", "Thüringer Allgemeine", "Thüringische Landeszeitung", "Ostthüringer Zeitung", "Saale Zeitung" und "Die Kitzinger". Allein in Nordrhein-Westfalen erreicht die WAZ-Gruppe eine tägliche Gesamtauflage von einer Million Exemplaren. Erst im Januar haben die Essener den Braunschweiger Zeitungsverlag ("Braunschweiger Zeitung") für rund 200 Millionen Euro übernommen.

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