Debitel Gegen den Wind

Der Preisverfall im Mobilfunk hat Debitel im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn gekostet. In Deutschland ist der Gewinn trotz steigender Kundenzahlen bei leicht schrumpfendem Umsatz von knapp zwei Milliarden Euro auf Null gesunken.

Frankfurt am Main - Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (Ebitda) von Debitel stagnierte im Inland bei 140 Millionen Euro. Im Konzern sanken das bereinigte Ebitda auf 160 (2005: 172) Millionen Euro und der Umsatz auf 2,62 (2,74) Milliarden Euro.

Trotz der rückläufigen Gewinne äußerten sich die Vorstände zufrieden. Angesichts der Umstrukturierungsmaßnahmen seien die Zahlen schlecht vergleichbar, sagte Finanzvorstand Joachim Preisig. Die Zahl der Kunden sei im Inland 2006 - trotz des Verkaufs der Billigmarke Debitel light an Blau.de - um 100.000 auf 9,0 Millionen gestiegen.

Debitel will sich auf das Kerngeschäft in Deutschland konzentrieren. Das Unternehmen hat von den vier Auslandstöchtern vor Kurzem das Geschäft in Dänemark und Slowenien verkauft. Auf der Verkaufsliste stehen noch die Töchter in Frankreich und den Niederlanden, der Verkaufsprozess laufe eher schleppend. Eine davon könnte deshalb zunächst in der Gruppe bleiben, sagte der neue Debitel-Chef Axel Rückert. Bei der anderen rechne er binnen drei bis sechs Monaten mit dem Verkauf.

Länger auf sich warten lassen wird wohl ein Börsengang, der im vergangenen Jahr zunächst zu den Akten gelegt worden war. Der Börsengang bleibe für den Eigentümer Permira eine Möglichkeit, im Moment sei aber nichts geplant, sagte Rückert. Dass die Beteiligungsgesellschaft früher oder später aussteigen werde, "liegt im System".

Positiv bemerkt der Vorstand die zuletzt wachsende Zahl von Kunden mit festen Verträgen. In diesem Bereich habe sich im Januar der durchschnittliche Umsatz pro Kunde um 5 Prozent verbessert, sagte Preißig. Der Markt habe hingegen ein Minus von etwas mehr als 10 Prozent verzeichnet.

Damit seien die Voraussetzungen geschaffen worden, um in den kommenden Jahren profitabel zu wachsen, sagte Rückert. Für das laufende Jahr wird in Deutschland ein Umsatz von 2,3 Milliarden Euro angepeilt, das bereinigte Ebitda soll den Planungen zufolge im Vergleich zu 2006 um einen "eher zweistelligen Millionenbetrag" steigen. Ein Personalabbau, der über die eingeleiteten Streichungen auf 1100 Mitarbeiter hinausgeht, sei nicht geplant, betonte Preisig. Insgesamt will Debitel in diesem Jahr drei Millionen neue Kunden anziehen - Vertragskündigungen nicht eingerechnet.

manager-magazin.de mit Material von reuters