Telekom Interessenten für Club Internet

Die zum Verkauf stehende französische Telekom-Tochter Club Internet ist auf reges Interesse gestoßen. Das Telko-Unternehmen Neuf Cegetel sowie Kabelnetzbetreiber Noos haben nach eigenen Angaben Offerten für das Unternehmen eingereicht.

Paris/Bonn - Die Deutsche Telekom  hat Club Internet sowie ihre spanische Tochter ya.com zum Verkauf gestellt, um den finanziellen Spielraum für Akquisitionen zu erweitern. Die Telekom lehnte einen Kommentar zu den Angeboten von Neuf Cegetel und Noos ab.

Neuf Cegetel habe in der vergangenen Woche seine Übernahmeofferte eingereicht, sagte Unternehmenschef Jacques Veyrat. Der Börsenneuling wird von der Telekomgesellschaft SFR kontrolliert, die ihrerseits Vivendi und Vodafone  gehört.

Der französische Breitbandmarkt ist hart umkämpft, weshalb Experten eine Konsolidierung erwarten. Laut Medienberichten sind an Club Internet auch Iliad, Telecom Italia  sowie Bolloré Telecom interessiert. Marktführer France Télécom  will nicht für die Telekom-Tochter bieten.

Das Festnetzgeschäft der Deutschen Telekom in Frankreich und Spanien wurde von der Tochter T-Online aufgebaut, die mittlerweile komplett zum Bonner Mutterkonzern gehört. Das Unternehmen hatte im November 2004 Investitionen in Höhe von rund einer Milliarde Euro bis 2007 in Club Internet und ya.com angekündigt. Ziel war es, eine Position unter den größten drei DSL-Anbietern Spaniens und Frankreichs aufzurücken. Der Marktanteil sollte in den Ländern auf 15 bis 20 Prozent steigen. Von diesem Ziel ist die Telekom laut Branchenkreisen weit entfernt.

Neben den Festnetztöchtern in Frankreich und Spanien befinden sich noch Media & Broadcast, ein Dienstleister für die Medienindustrie, die Funktürme in den USA und Deutschland sowie die Immobilientochter Sireo auf dem Verkaufszettel. Den Erlös von mindestens drei Milliarden Euro will die Telekom für Zukäufe im Ausland verwenden.

manager-magazin.de mit Material von dpa