Sonntag, 20. Oktober 2019

Medienmacht Internet Die neue Einfachheit

2. Teil: Vorbild Angela Merkel

Vorbild Angela Merkel

In jedem Fall wird sich die Internetgemeinde eine Meinung über den Absender bilden. Das spiegelt sich im Image und im Markenwert wieder. Mit Kreativen der Kommunikationsbranche lassen sich professionelle Konzepte und Produktionen für Informationskonsumenten entwickeln. Dass sich, zumindest in Deutschland, professionelle Angebote gegen die Medienproduktionen der Amateure durchsetzen, zeigt sich im Apple-iTunes-Store. In der Politik geht Angela Merkel seit Juni 2006 mit gutem Beispiel voran. Sie präsentiert sich wöchentlich mit Videopodcasts im Internet.

Informationsnetzwerke: Von Höhlenwänden bis hin zu Weblogs
Informationsnetzwerke:
Von Höhlenwänden bis hin zu Weblogs
Mit dem Einsatz von Weblogs sind Informationen in wenigen Sekunden publiziert. Ein Blog ist ohne technische Kenntnisse schnell eingerichtet. Die Einträge können kommentiert werden und auf andere Blogs mit ähnlichen Themen verweisen. Über diese Informationsnetzwerke bilden sich viele Internetnutzer eine Meinung über Unternehmen und Produkte. Die Auswirkungen durch das aktive Eingreifen der Nutzer ist nicht zu unterschätzen.

Blogs gibt es in verschiedenen Formen seit zehn Jahren. Das Bedürfnis der einfachen Verständigung ist so alt wie die Menschheitsgeschichte. Zuerst wurden Informationen, die das nackte Überleben sicherten, innerhalb der Sippe an die Höhlenwände gemalt. Später gab es Marktplätze, wo man persönlich Informationen austauschte und Produkte handelte. Dann kamen die großen Einkaufszentren. Heute treffen sich die Menschen mit gemeinsamen Interessen auf Portalseiten (Communities) im Internet. Die Marktplätze haben sich zwar geändert, das menschliche Bedürfnis der einfachen Verständigung ist geblieben.

Informationen klar und einfach kommunizieren

Was bedeutet das für Unternehmen? Im Vergleich zu klassischen Webseiten oder Einweg- Medien können Unternehmenslenker mit Hilfe der neuen Kommunikationsformen interaktiv mit einer großen Zahl von Mitarbeitern und Kunden kommunizieren. Wenn das Unternehmen strategisch klare Grundsätze besitzt und auf deren Basis interaktiv im Netz agiert, sollte sich diese Art der Verständigung auf den internationalen Marktplätzen mittel- bis langfristig bedeutend auf die Marke auswirken.

Selbstverständlich wird die Unternehmenskommunikation durch den Mix aus klassischen und neuen Kommunikationsformen zunehmend komplexer. Gleichzeitig werden die digitalen Informationskanäle zum Interessenten immer fragmentierter. Auch die Reizüberflutung durch die Medien wird stark zunehmen. Das führt dazu, dass Informationen in jeglicher Form klar und einfach von Unternehmen kommuniziert werden müssen. Die Medienkompetenz wird dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Konzerne sind dafür in der Regel mit ihren Identity-Programmen und Corporate-Design-Abteilungen gut gerüstet. Kleine und mittlere Unternehmen haben oft noch kein Verständnis für den Wert und Nutzen von maßgeschneiderten Identity- oder Designprogrammen. Sie halten sich meist an zweckbezogene Medienumsetzungen. Rein handwerklich betrachtet, lassen sich natürlich auch ohne Kommunikationskompetenzen Medien produzieren. Wie jedoch die Angebote im Apple-iTunes-Stores zeigen, werden es die professionellen Medienproduktionen sein, die effizient ihre Ziele erreichen.

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