Navi-Geräte Unterhaltsame Führungskräfte

Sie lassen Landkarten in Vergessenheit geraten und ersetzen Reiseführer und Dolmetscher: Navigationsgeräte entwickeln sich mehr und mehr zu nützlichen Begleitern, die gleichzeitig Unterhaltung bieten. Auf der Cebit werden neue Geräte und Funktionen präsentiert.

Hannover - Der Umsatz mit Navigationsgeräten in Deutschland wird in diesem Jahr erstmals die Marke von einer Milliarde Euro erreichen. Der IT-Branchenverband Bitkom schätzt den Markt auf 992 Millionen Euro, wie Vizepräsident Jörg Menno Harms am Donnerstag auf der Cebit sagte. 2006 hatten sich die Erlöse mit 702 Millionen Euro mehr als verdreifacht.

Die Zahl der verkauften Geräte wird der Prognose zufolge um 60 Prozent auf 3,2 Millionen steigen. Das Wachstum würde damit allerdings deutlich unter dem Riesensprung des vergangenen Jahres bleiben, als die Gerätezahl von 480.000 auf zwei Millionen stieg. Damit sei Deutschland der größte Markt für Navigationsgeräte in Westeuropa gewesen, vor Großbritannien mit 1,6 Millionen verkauften Einheiten. Auch 2007 dürfte Deutschland auf Platz eins bleiben, schätzt Bitkom.

Die Cebit widmet den Navigationsgeräten für Autofahrer einen eigenen Schwerpunkt. Auf der IT-Messe gibt es auch ein Forum mit Präsentationen und Vorträgen, bei denen es unter anderem um die europäische GPS-Alternative Galileo geht. Das Satellitennavigationssystem soll 2010 betriebsbereit sein und stellt sich mit einem Gemeinschaftsstand vor.

Bei den Angeboten der Navi-Hersteller ist ein ähnlicher Trend zu beobachten wie vor einigen Jahren bei den Handys: Die Geräte wollen mit immer mehr Zusatzfunktionen Käufer anlocken. So enthalten zwei neue Geräte von Acer  mit den Bezeichnungen e360 (mit 2,8-Zoll-Display) und p660 (mit 4-Zoll-Display) auch einen integrierten MP3-Player und eine Fotoansichtsfunktion. Musik und Bilder werden von einer SD-Speicherkarte geholt.

Navi mit Reiseführer

Navi mit Reiseführer

Garmin, einer der ersten Hersteller von GPS-Empfängern, hat seinem Nüvi 670T einen Sender (FM-Transmitter) spendiert, der MP3-Daten über eine kurze Distanz auf die Stereoanlage des Autos überträgt. Ebenfalls mit dabei sind Währungsumrechner, Weltzeituhr, Reiseführer und Sprachübersetzer. Die Kartendaten stammen wie bei den Acer-Geräten von Navteq. Den Nüvi 670T gibt es ab März zu einem Preis von rund 700 Euro.

Von TomTom  werden ebenfalls neue Geräte erwartet, als Indiz gilt eine weitere Preissenkung für die aktuellen Modelle Go 710 und 910. Das Unternehmen Falk Marco Polo Interactive, das seinen Schwerpunkt in der Kartographie hat, stellt ein neues Navigationsgerät vor, das die Kartendarstellung auf dem 4,3-Zoll-Bildschirm zur besseren Orientierung mit den Umrissen von Gebäuden ergänzt. Das Gerät mit der Modellbezeichnung Falk N220L Europe kennt die Karten von 37 europäischen Ländern. Außerdem verfügt es über den digitalen Radiodatendienst TMC, kann also über eine Bluetooth-Freisprechanlage vor Staus und anderen Gefahren warnen. Das Navi kostet rund 400 Euro und soll ab April erhältlich sein.

In Bewegung ist auch die Entwicklung von Software für die Darstellung von geografischen Daten. Mit Blick auf die große Verbreitung von Google Earth stellt Microsoft  jetzt sein neues Angebot Virtual Earth vor, mit dem sich geografische Informationen in Webseiten einbinden lassen. Zu finden ist der Dienst bei maps.live.com, hier kann man sich bei einer Reihe ausgewählter Städte auch aus der Vogelperspektive an bestimmte Gebäude heranzoomen.

Um das sogenannte Geotagging geht es dem erst im September 2006 gegründeten Braunschweiger Startup-Unternehmen Locr, das analog zu Flickr ein Fotoportal aufgebaut hat. Auf der Webseite wird neben den Fotos eine Karte von Google Maps mit dem Ort der Aufnahme angezeigt.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

Acer: Halle 25, Stand D40 (bei Planet Reseller)
Garmin: Halle 11, Stand B29
TomTom: Halle 11, Stand C37
Falk Marco Polo Interactive: Halle 11, Stand B19
Microsoft: Halle 3, Stand C45
Locr: Halle 11, Stand D56

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