Studie Hoffnungsträger der ITK-Branche

Der deutsche Informations- und Kommunikationssektor (ITK) hat drei Schlüsselbranchen als künftige Wachstumsträger identifiziert: Gesundheit, Banken und Autoindustrie. Diese Industrien sollen dem Markt zu einem jährlichen Wachstum von 3 Prozent verhelfen.

Berlin - Getragen von der Gesundheits-, der Bank- und der Autoindustrie könnte das Volumen des Informations- und Kommunikationsmarktes (ITK) in Deutschland von aktuell fast 150 Milliarden Euro auf 164 Milliarden Euro bis zum Jahr 2010 steigen. Das ergab eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger, die im Auftrag des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) durchgeführt wurde.

Demnach ist im Kreditwesen bis 2008 ein jährliches Wachstum von 3 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro zu erwarten. In der Autobranche sei bei Zuwachsraten von jährlich 4,6 Prozent ein Plus auf fünf Milliarden Euro erreichbar. Und im Gesundheitsbereich soll der Markt mit 4 Prozent Zuwachs auf vier Milliarden Euro wachsen.

Die Studie hat auch den bisherigen Beitrag des ITK-Sektors zur deutschen Volkswirtschaft analysiert. Demzufolge erwirtschaftete die Branche im Jahr 2005 mit fast 74 Milliarden Euro die höchste Wertschöpfung (Wert der erbrachten Waren und Dienstleistungen abzüglich der Vorleistungen) der klassischen Industriezweige. Mit diesem Betrag lag die Branche laut Studie noch vor dem Maschinenbau, der Automobilindustrie und dem Metallsektor.

Standorte im Süden und Westen Deutschlands

Erbracht wurde die Leistung der Analyse zufolge von rund 800.000 Beschäftigten, die in diesem Sektor arbeiten. IT-Spezialisten seien zu einem Großteil aber auch in anderen Industrien, vor allem in den Anwenderbranchen wie Finanzdienstleistungen oder Maschinenbau tätig. Rund eine Million Mitarbeiter würden in diesem Bereich tätig sein.

Ihre Arbeitsplätze finden die IT-Spezialisten laut Studie überwiegend im Süden und Westen der Republik. Einzige Ausnahme sei der Standort Dresden, wo sich die Chiphersteller Infineon  und AMD  angesiedelt haben. Wichtigste Hightech-Region sei der Großraum München, dem nach London größten ITK-Standort Europas.

Insgesamt seien die ITK-Investitionen in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern gering, heißt es in der Studie. So investierten US-Unternehmen und die öffentliche Hand im Jahr 2004 über 4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in ITK-Produkte. In Deutschland würden die Ausgaben mit 1,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts noch unter dem EU-Durchschnitt liegen.

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