Kooperation BBC-Sendungen auf YouTube

Anstatt sich mit großen Medienunternehmen wie bisher gerichtlich auseinanderzusetzen, kooperiert YouTube jetzt mit ihnen: Die Google-Tochter hat gemeinsam mit der britischen Rundfunkanstalt BBC eine Vereinbarung über den Vertrieb von BBC-Filmen geschlossen.

London - Ab sofort kommen Fans von BBC-Comedys, Naturdokumentationen oder Informationssendungen auch bei YouTube auf ihre Kosten. Drei Kanäle (BBC, BBC Worldwide, BBC News) des britischen Senders werden künftig auf dem Videoportal YouTube gezeigt, erklärte die BBC. Die erzeugten Werbeeinnahmen sollen zwischen dem Videoportal und dem Sender aufgeteilt werden. Die Werbung könne als Banner gezeigt oder auch in die Videoclips eingebaut werden. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht genannt.

Das Angebot soll sich auf vielfältige, aber kurze Formate beschränken. Nicht die vollständige Comedysendung ist also abrufbar, sondern der Clip oder Sketch aus der Sendung. Auf der Internetseite von BBC sollen den Nutzern dann die kompletten Programmbeiträge zum Anschauen oder Download angeboten werden. BBC wolle durch das Angebot neue Nutzergruppen auf seine Internetplattform locken, erklärte Unternehmenssprecher David Moody.

Kernstück der Pläne ist der sogenannte iPlayer der BBC, über den das öffentlich-rechtliche Sendenetz Video-on-Demand-Dienste anbietet. Damit werden Fernsehbeiträge noch sieben Tage nach der Ausstrahlung vorgehalten.

In den vergangenen Monaten war es wiederholt zu Klagen gegen YouTube wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzungen gekommen, weil viele der von YouTube-Nutzern bereitgestellten Filme das Copyright von Medienunternehmen verletzten. Der Mutterkonzern Google  war bisher nicht in der Lage, solche Übertretungen zu verhindern, und kaufte kürzlich eine Filtersoftware.

Mit mehreren kleineren Medienunternehmen konnte sich Google allerdings schon häufig einigen. Wie die "New York Times" (Freitagausgabe) berichtet, schließt der Internetkonzern jedes Quartal mehr als 200 Partnerschaften mit entsprechenden Firmen ab. Die meisten derartigen Lizenzabkommen würden demnach ohne große Ankündigung ausgehandelt. Bislang gebe es schon mehr als 1000 solcher Partnerschaften. Dieses Vorgehen sei für Google einfacher, als Konzerne wie Viacom davon zu überzeugen, sich mit YouTube zu einigen.

manager-magazin.de

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