Handyabsatz Nokia bleibt ungeschlagen

Gut ein Drittel der weltweit verkauften Handys kommen aus Finnland. Damit ist Nokia laut einer aktuellen Gartner-Studie überlegener Sieger im heißumkämpften Markt für Mobiltelefone. Größter Verlierer ist erwartungsgemäß BenQ Mobile.

London - Im vierten Quartal 2006 baute der Handyhersteller Nokia  seinen Marktanteil auf 36,2 Prozent aus, verglichen mit einem Anteil von 35,0 Prozent im Schlussquartal 2005. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner. "Mit überzeugenden Niedrigpreisangeboten auf den jungen Märkten sowie Produkten mit vielen Funktionen auf dem gesättigten Markt setzte Nokia 2006 auf die richtige Kombination", sagte Gartner-Analystin Carolina Milanesi.

Wettbewerber Motorola  weitete den Marktanteil auf 21,5 Prozent (17,8 Prozent) aus und steht damit wie schon im vierten Quartal 2005 an zweiter Stelle. Der Anteil von Samsung  ging auf 11,3 Prozent (12,1 Prozent) zurück, der Marktanteil von Sony Ericsson erhöhte sich auf 9,0 Prozent (6,9 Prozent).

Größter Verlierer unter den Anbietern ist nach den Angaben erwartungsgemäß BenQ Mobile. Nach der Pleite der deutschen Tochter im vergangenen Herbst fiel die ehemalige Siemens-Handysparte gemessen an den Absatzzahlen noch weiter zurück und rutschte zum Jahresende unter den größten Herstellern auf Platz neun von zuvor Platz sechs ab. "Angesichts der negativen Schlagzeilen und des hart umkämpften Handymarkts ist Gartner sehr skeptisch, was die Zukunft für BenQ Mobile bringen kann", so Milanesi.

Für das laufende Jahr erwartet Gartner einen weltweiten Mobiltelefonabsatz von 1,1 bis 1,2 Milliarden Stück, was einen Anstieg von etwa 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeuten würde. In den ersten drei Monaten sei von rund 268 Millionen verkauften Geräten auszugehen, sagte Milanesi. Im Jahr 2006 waren weltweit 990 Millionen Mobiltelefone verkauft worden.

Getrieben werde der Absatz vor allem durch die starke Nachfrage aus Asien. Die verkauften Mobiltelefone erreichten dort im vierten Quartal 2006 die Marke von 87,7 Millionen, rund 56 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit 175 Millionen erhöhte sich die Zahl der abgesetzten Handys in Westeuropa dagegen nur um 7 Prozent.

"Wir rechnen mit einem weiteren spannenden Jahr für die Mobiltelefonindustrie, da neue Technologien erhältlich werden und neue Anbieter auf den Plan treten. Das dürfte für zusätzliche Schärfe auf dem ohnehin hochumkämpften Markt sorgen", so Milanesi. Der US-Computerhersteller Apple will ab Sommer in den USA und später auch in Europa mit seinem neuen Multimediahandy iPhone den etablierten Herstellern Konkurrenz machen.

manager-magazin.de

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