T-Systems Großauftrag aus Britannien

Die gute Nachricht kann Telekom-Chef René Obermann gut gebrauchen: T-Systems hat einen Großauftrag von einem britischen Versorger erhalten. Obermann will am Mittwoch im Aufsichtsrat seinen Sparkurs durchsetzen. Die Beschäftigten laufen Sturm.

Düsseldorf - Die Telekom-Geschäftskundentochter T-Systems hat einen Großauftrag von dem britischen Energiekonzern Centrica  erhalten. Der Vertrag habe eine Laufzeit von zehn Jahren, teilte T-Systems am Dienstag in Bonn mit. Das Geschäft in Großbritannien solle weiter ausgebaut werden. Finanzielle Details des Abschlusses nannte das Unternehmen zunächst nicht. Es sei der bedeutendste Vertrag, den man je mit einem Neukunden abgeschlossen habe.

T-Systems übernimmt von Centrica den Betrieb der Informationstechnologie und die Betreuung von mehr als 23.000 Arbeitsplatzrechnern in Großbritannien, dem größten Markt für kombinierte Telekommunikations- und IT-Leistungen in Europa. Vereinbart wurde darüber hinaus die Übertragung von 230 Arbeitsplätzen und zwei Rechenzentren zur Telekom-Tochter.

Der Vertrag sei ein Meilenstein in der internationalen Wachstumsstrategie, betonte T-Systems. Das Unternehmen will den Anteil des weltweiten Umsatzes bis 2010 auf 30 Prozent verdoppeln und in den westeuropäischen Kernmärkten die Marktführung übernehmen. Centrica versorgt unter dem Namen British Gas rund zehn Millionen Kunden mit Strom und Gas.

Am Mittwoch wollen zahlreiche Beschäftigte der Deutschen Telekom  gegen Arbeitsplatzabbau und Lohndrückerei bei dem Unternehmen protestieren. Zu der Veranstaltung in Bonn hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aufgerufen. Zeitgleich findet bei der Telekom eine Sitzung des Aufsichtsrates statt, der die künftige Strategie von Vorstandschef René Obermann absegnen soll.

Dabei geht es unter anderem um die Ausgliederung von Zehntausenden von Telekom-Beschäftigten in eine Service-Gesellschaft des Unternehmens. Verdi befürchtet, dass sich die bislang genannte Zahl von 45.000 betroffenen Mitarbeitern auf 60.000 erhöhen könnte. Außerdem plant der Vorstand, die Löhne abzusenken und die Arbeitszeiten zu verlängern.

manager-magazin.de mit Material von dow jones und dpa-afx