E-Plus Netz ist weg

Als erster deutscher Mobilfunkanbieter hat E-Plus den Betrieb seines Netzes in fremde Hände gelegt. Der französisch-amerikanische Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent wird sich künftig um Instandhaltung und Ausbau des Netzes kümmern. Auch bei der geplanten Verlagerung der Unternehmenszentrale kam es zu einer Entscheidung.

Düsseldorf - Der französisch-amerikanische Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent  wird ab dem 1. März alle Geschäftsbereiche von E-Plus übernehmen, die mit Bau, Betrieb und der Wartung des Mobilfunknetzes betraut sind. Dies teilte der Mobilfunker am Dienstag nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit.

Alcatel-Lucent übernimmt im Zuge der Auslagerung bundesweit rund 750 E-Plus-Mitarbeiter. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland " (FTD, Dienstagausgabe) hofft die Tochter des niederländischen Telefonkonzerns KPN  darauf, durch die Auslagerung seine Netzkosten um 20 Prozent zu senken. Dem Bericht zufolge soll das Geschäft einen Wert von 1,5 Milliarden Euro haben.

Die beiden Geschäftsbereiche Netzplanung und Netzentwicklung blieben weiter in der Hand von E-Plus. So sei das Unternehmen auch künftig für die Auswahl der Mobilfunk-Standorte und deren technische Ausrüstung verantwortlich.

Die Auslagerung einzelner Bereiche sei Bestandteil der Neuausrichtung von E-Plus. Die Ausgliederung des Netzes solle für mehr Effizienz, Flexibilität und Effektivität sorgen.

Angst vor Vodafone

Für Alcatel-Lucent gehört der Netzbetrieb für Mobilfunkanbieter zum Kerngeschäft. Mittlerweile betreibt der Konzern weltweit an die 50 Netze im Auftrag verschiedener Mobilfunkkonzerne.

Der E-Plus-Aufsichtsrat hat am Montagabend zudem beschlossen, seine Unternehmenszentrale nicht nach Berlin zu verlegen, sondern in Düsseldorf zu bleiben. Ein Sprecher bestätigte am Dienstag gegenüber manager-magazin.de einen entsprechenden Bericht des "Tagesspiegel", machte aber keine weiteren Angaben zu den Hintergründen der Entscheidung.

Dem Zeitungsbericht zufolge habe sich die Belegschaft gegen einen Umzug vom Rhein an die Spree gesträubt. Zudem habe E-Plus befürchtet, bei einem Umzug zu viele Mitarbeiter zu verlieren - etwa an die Konkurrenz von Vodafone, die ihren Sitz ebenfalls in Düsseldorf hat.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

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