Werbung Google entdeckt TV-Spots

Der Suchmaschinenkonzern Google will die guten alten Werbespots ins Internet bringen. Wie im Fernsehen würden dann Videobeiträge im Netz zwischenzeitlich von Werbung unterbrochen. Erste Kooperationspartner sind bereits gefunden.

Hamburg - Google  arbeitet im Rahmen des neuen Programms mit Unternehmen wie Dow Jones , Conde Nast, Sony BMG und anderen Inhalteherstellern zusammen. Inhalte von diesen Anbietern sollen dann häppchenweise in den Werbekästen erscheinen, die Google im Rahmen seines Adsense-Programms an den Rändern von Partnerseiten platziert - kombiniert mit Videowerbung.

Die "New York Times" beschreibt ein Beispiel: Auf der Finanz-Nachrichtenseite StreetInsider läuft ein Video, das vom "Wall Street Journal" produziert wurde. Nach drei kurzen Reporterberichten über im weitesten Sinne wirtschaftliche Themen wird dann ein Werbespot für Haarpflegespülung gezeigt. Google teilt die Werbeeinnahmen mit Dow Jones, dem Besitzer des "Wall Street Journal" und der Seite, auf der die Videos und der Spot gezeigt werden.

Es gibt bereits kleinere Unternehmen, die ähnliche Pakete anbieten, und NBC Universal ist dabei, ein vergleichbares System aus dem Boden zu stampfen, berichtet die "New York Times". Die schiere Marktmacht des Branchenriesen Google mit seiner Vielzahl von Partnerseiten dürfte allerdings in diesem Bereich einen gewaltigen Wettbewerbsvorteil darstellen.

Google versucht mit dem Schritt ein Problem anzugehen, das die gesamte Internetbranche plagt: Werbung für Alltags-Konsumentenprodukte wie Waschmittel, Shampoo, Zahnpasta oder Toilettenpapier findet im Netz bislang so gut wie gar nicht statt. Die Anzeigenerlöse, auf denen das Google-Imperium gebaut ist, stammen vor allem von Unternehmen, die direkt im Web ihre Dienste anbieten und deshalb auf Durchklick-Anzeigen ansprechen, wie sie Google im Angebot hat.

Die gigantischen Etats der Verbrauchsgüterhersteller allerdings fließen weiterhin vor allem in die Taschen der Fernsehsender und anderer traditioneller Vermarktungskanäle. Mit flächendeckend im Netz präsentierter Videowerbung, die nicht zum Durchklicken gedacht ist, sondern sich für Imagekampagnen eignet, könnte sich das ändern.

SPIEGEL ONLINE

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.