Alcatel-Lucent 870 Stellen fallen weg

Der Telekommunikationsausrüster Alcatel-Lucent will in Deutschland bis Ende 2008 ein knappes Fünftel seiner rund 5000 Stellen streichen. Vor allem die Standorte Stuttgart und Nürnberg sind betroffen. Die IG Metall hat bereits Proteste angekündigt.

Nürnberg/Stuttgart - Insgesamt sollten bei Alcatel-Lucent  870 Arbeitsplätze wegfallen, teilte Unternehmenssprecherin Martina Grüger am Montag in Nürnberg mit. Am stärksten sind die Standorte Stuttgart mit knapp 470 Stellen und Nürnberg mit 300 Stellen betroffen. Man werde nun in Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über eine sozialverträgliche Gestaltung des Arbeitsplatzabbaus gehen, sagte Grüger.

Die IG Metall hat bereits weitere Proteste gegen den geplanten Stellenabbau angekündigt. Für den Erhalt ihrer Jobs hatten sich am vergangenen Freitag bereits mehrere hundert Beschäftigte auf dem Werksgelände in Stuttgart zu einer Protestaktion versammelt.

Ursprünglich sollte die Stuttgarter Belegschaft am Montag auf einer Betriebsversammlung über die Pläne des Unternehmens unterrichtet werden. Die Versammlung findet nun am Dienstag statt. Nach Informationen der Gewerkschaft soll der Arbeitsplatzabbau in Stuttgart bis Ende des nächsten Jahres vollzogen sein. Vorher muss noch der so genannte Wirtschaftsausschuss des Unternehmens tagen, der mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern besetzt ist.

Das heutige Unternehmen Alcatel-Lucent  war früher ein Stuttgarter Traditionsunternehmen, das unter der Marke SEL seine Waren vertrieb. Anfang der 70er Jahre existierten rund 20 Werke mit über 42.000 Mitarbeitern in Deutschland. Die SEL war einer der weltweit führenden Spezialisten in der Navigation und der Übertragungstechnik. Im Dezember 1967 verkaufte SEL die Unterhaltungselektronik an den finnischen Nokia-Konzern . Ende 1991 erhöhte der französische Alcatel-Konzern seinen Anteil an SEL auf mehr als 98 Prozent. Das US-Unternehmen Lucent und die französische Alcatel hatten sich dann im November 2006 zusammengeschlossen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und dpa-afx