Notebook Mobile Jukebox

Während die CD-Sammlung früher ganze Schränke gefüllt hat, landet die Mehrheit der neuen Musiktitel heute auf dem Rechner. Um die Songs dann auf der HiFi-Anlage genießen zu können, werden die Titel meist mühsam auf CD gebrannt. Dabei könnte der Laptop mit ein paar Handgriffen auch direkt als Stereoanlage genutzt werden.

Stuttgart/Hannover - Laptop, Drucker, Fernseher, Stereoanlage und DVD-Recorder: Viele Wohnungen gleichen einem gut sortierten Elektrogeschäft - mit ähnlich langen und verworrenen Kabelstrippen auf dem Fußboden. Damit der Rechner als zentraler Musikserver für Wohnzimmer und Partykeller gleichermaßen dienen kann, wandeln immer mehr Nutzer ihren Laptop zum zentralen Musikserver um. Dafür braucht das Notebook eine gute Verwaltungssoftware für die Plattensammlung und zwei durchdachte Investitionen in die Hardware.

Als Software bietet sich das Musikprogramm iTunes von Apple  an, das kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden kann. "Damit lassen sich CDs digitalisieren, und die Musiksammlung wird schön übersichtlich geordnet", sagt Christine Tantschinez von der Zeitschrift "Audio". Wird eine CD eingelegt, sucht das Programm im Netz nach Liederliste und Interpreten und speichert diese Informationen gleich mit ab. "Sogar die Plattencover können angezeigt werden, und man kann wie in einem Plattenschrank die Cover durchsuchen."

In Windows-PCs integriert ist zudem der Media Player von Microsoft , der ähnliche Funktionalitäten aufweist, wie Volker Zota von der Zeitschrift "C't" sagt. Wer lieber ein Programm kauft, hat eine breite Auswahl: Um die 40 Euro kostet Software wie der "MP3-Maker" von Magix  oder ein Programm aus der "Nero"-Familie.

Externe Soundkarte für hochwertigen Klang

Wer den Laptop als Stereoanlage nutzen will, muss hauptsächlich in den Klang investieren - und der beginnt nicht erst bei den Boxen. "Bei den internen On-Board-Soundkarten kann man keinen fantastischen Sound erwarten", sagt Tantschinez. Diese kleinen Chips sind für alle Töne zuständig, die der Rechner von sich gibt. Die Expertin empfiehlt externe Soundkarten, die per USB angeschlossen werden. "Sie haben hochwertige Ausgänge, meist sogar für mehrkanaligen Klang und zudem digitale Audioausgänge."

Zwischen 90 und 150 Euro sollte man in die Karte investieren - die Klangexperten M-Audio und Terratec haben eine ganze Auswahl in ihren Programmen. Unternehmen wie Edirol oder Tascam bieten Hardware an, die sich auch für Profis eignet.

Die größte Investition allerdings macht in der Regel das Boxensystem aus. Da gibt es im Vorfeld einiges zu überlegen: Kleine Boxen oder ein ganzes Surroundsystem, kabellos oder angebunden, welche Musikrichtung soll vor allem wiedergegeben werden? "Die Auswahl und Preisspanne bei solchen Systemen ist groß - es gibt Sets für 20 Euro und für 2000 Euro", sagt Tantschinez.

Funkende Lautsprecher

Funkende Lautsprecher

"Kleine Notebook-Boxen sind ganz nett für unterwegs, aber sie können kein ganzes Haus beschallen", sagt Apple-Sprecher Georg Albrecht. Die beste Lösung, meint Tantschinez, sei ein Lautsprecherset, das nicht nur bei allen Musikrichtungen guten Klang bringt, sondern auch den Sound von Filmen und Spielen authentisch wiedergibt. "Dazu braucht es einen guten Subwoofer, der für die tiefen Töne zuständig ist, sowie zwei bis fünf Lautsprecher." Billige Lautsprecher seien allerdings oft zu klein und piepsig und haben einen Subwoofer, der brummt, statt einen tiefen Bass zu erzeugen. "Zwischen 100 und 200 Euro sollte investieren, wer einen guten Sound haben will", sagt Tantschinez. Wem der Klang einer HiFi-Anlage wichtig ist, wird eher vierstellige Beträge ausgeben müssen.

Immer beliebter werden inzwischen Lautsprecher, die den Rechner anfunken und somit ohne Kabel auskommen. Ein paar Kinderkrankheiten gibt es bei diesen Systemen noch, sagen die Experten. Aber dafür ist der Nutzen groß. "Gute drahtlose Boxen sind allerdings teurer als gleichwertige mit Kabel, weil sie schwieriger zu fertigen sind und mehr Material und Technik benötigen", sagt Tantschinez. Zudem brauchen angefunkte Boxen eine separate Stromversorgung.

Die andere Variante ist der Anschluss des Rechners als externe Signalquelle an die Stereoanlage. Über eine W-Lan-Brücke können sich Hifi-Anlage und Rechner anfunken. Beide Geräte können dabei an beliebigen Stellen im Haus stehen. Bei einer solchen Variante braucht es keine neue Hardware. Dabei dient der Computer nur als virtueller CD-Wechsler. Dieses System hat sich etwa der Elektronikkonzern Philips  in seinen "Streamium"-Produkten zu Nutze gemacht - "Rechner und Anlage funken hier über ein drahtloses Netzwerk", sagt Sprecher Klaus Petri.

Auch Apple hat das Prinzip für seine Notebooks verfeinert und sie "Airport-Express" genannt. Damit soll das Klinkenkabel für die Verbindung zwischen Rechner und Anlage endgültig Vergangenheit sein. "Eine Basisstation in der Größe einer Zigarettenschachtel funkt nach dem W-Lan-Standard 802.11g mit einer Geschwindigkeit von bis zu 54 Megabit pro Sekunde", sagt Sprecher Albrecht.

Mit einem Miniklinken-Anschluss lassen sich beliebige Audiogeräte an die Basisstation anschließen - und nicht an den Rechner. "Für die drahtlose Übermittlung von MP3- oder AAC-Dateien sorgt iTunes", sagt Albrecht. Die Station empfängt die Daten, dekomprimiert sie und leitet sie als analoge Audiodaten an die Stereoanlage weiter.

Verena Wolff, dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.