Kündigungsschutz Telekom ködert Verdi

Mindestens 45.000 Mitarbeiter will die Deutsche Telekom in drei Servicegesellschaften ausgliedern. Verdi hat bereits eine gewaltige Protestwelle angekündigt. Nun versucht der Bonner Konzern, die Gewerkschaft mit Zugeständnissen zu besänftigen.

Düsseldorf - Man wolle bei den beabsichtigten Ausgründungen auch über eine Beschäftigungsgarantie über 2008 hinaus verhandeln, teilte die Deutsche Telekom  am Freitag mit. In der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch wolle der Vorstand für sein Konzept sowie die Verhandlungen mit den Sozialpartnern grünes Licht erhalten.

Die Telekom will mindestens 45.000 inländische Mitarbeiter in drei auszugründende Tochtergesellschaften überführen. Mit der Initiative unter dem Namen "T-Service" will der Konzern die Effizienz erhöhen und Kosten sparen. In den neuen Einheiten sollen die Aufgaben der Technischen Infrastruktur, des Technischen Kundendienstes und der Call-Center zusammengefasst werden, wie die Telekom weiter erläuterte. Geprüft werde, ob auch die Call-Center von T-Mobile Deutschland zu integrieren seien. Ein Verkauf der Gesellschaften sei nicht vorgesehen.

Die geplante "Anpassung der Konditionen" im Rahmen von T-Service würde es der Telekom ermöglichen, den Beschäftigten ihre Arbeitsplätze über Ende 2008 hinaus zu sichern und zugleich den Kunden einen besseren Service zu bieten, erklärte der Personalbeauftrage Dietmar Welslau. Die Telekom plant demnach unter anderem eine Erhöhung der Arbeitszeit auf mindestens 38 Stunden, eine Ausweitung der variablen Vergütung sowie Anreizsysteme und eine "sozialverträgliche Annäherung der Löhne an das Marktniveau".

Welslau betonte, die Telekom orientiere sich an erfolgreichen Beispielen innerhalb des Konzerns. So werde die T-Punkt Vertriebsgesellschaft allein in diesem Jahr 1500 neue Stellen schaffen und 200 Shops eröffnen. Damit sei in den drei Jahren seit der Ausgründung der T-Punkte die Anzahl der Shops fast verdoppelt worden. Die Gewerkschaft Verdi lehnt hingegen die Ausgliederungspläne strikt ab und will notfalls zum Streik aufrufen. Sie befürchtet, dass rund 60.000 Beschäftigte betroffen sein könnten.

manager-magazin.de mit Material von vwd