ProSiebenSat.1 Glänzende Gewinne

Gute Nachrichten für die künftigen Besitzer Permira und KKR: Im vergangenen Jahr erzielte die Sendergruppe ProSiebenSat.1 dank sprudelnder Werbeerlöse den höchsten Gewinn ihrer Geschichte. Um sich dennoch unabhängiger vom Werbermarkt zu machen, will der Konzern die Preissuchmaschine Billiger.de übernehmen.

München - Der Umsatz sei im vergangenen Jahr dank sprudelnder Werbeeinnahmen um 5,8 Prozent auf 2,11 Milliarden Euro gestiegen, teilte ProSiebenSat.1  am Donnerstag mit. Das Vorsteuerergebnis legte um 10 Prozent auf 387 Millionen Euro zu. Das war der höchste Gewinn in der Unternehmensgeschichte.

"2006 war ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr", sagte ProSiebenSat.1-Chef Guillaume de Posch. Auch strategisch sei der Konzern vorangekommen. ProSiebenSat.1 habe zahlreiche neue Angebote gestartet. "Bei Call-TV, Mobile-TV und Video on Demand sind wir inzwischen schon der größte Anbieter in Deutschland."

Bei den Zuschauer-Marktanteilen mussten die Sender der Gruppe (ProSieben, Sat.1, Kabel 1, N24, 9Live) im vergangen Jahr Einbußen hinnehmen und kamen in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen auf 29,4 Prozent (Vorjahr: 30,3 Prozent). Der Konzern begründete dies vor allem mit Großereignissen wie der Fußball-WM, die bei den Öffentlich-Rechtlichen zu sehen waren. Rückgänge musste vor allem ProSieben hinnehmen, lange der Vorzeigesender der Gruppe. Die ProSieben-Erlöse sanken im vergangenen Jahr um 2 Prozent auf knapp 737 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn ging noch stärker von 167 auf 148 Millionen Euro zurück.

Übernahme von SBS Broadcasting?

Mit einer konkreten Prognose für das laufende Jahr hielt sich de Posch zurück. Das Kerngeschäft solle durch eine Reihe neuer Programme gestärkt werden. Gleichzeitig sollten die neuen Geschäftsfelder ausgebaut werden. "Unsere Diversifikationsumsätze werden sowohl organisch als auch durch Akquisitionen wachsen", so de Posch. Vor diesem Hintergrund wolle die ProSiebenSat.1-Gruppe bei Umsatz und Gewinn zulegen. Im TV-Werbemarkt werde derzeit ein Nettowachstum von 2 bis 3 Prozent erwartet. ProSiebenSat.1 wolle das Branchenwachstum übertreffen.

Um sich unabhängiger vom TV-Werbemarkt zu machen, will der Konzern seine Randaktivitäten weiter ausbauen. Dazu übernahm ProSiebenSat.1 jetzt die zweitgrößte deutsche Internet-Preissuchmaschine Billiger.de. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Ende 2006 war die Sendergruppe für drei Milliarden Euro von den Finanzinvestoren KKR und Permira übernommen worden. Den stolzen Kaufpreis konnten die Vorbesitzer um den US-Milliardär Haim Saban erzielen, weil ProSiebenSat.1 die Erträge zuletzt kräftig steigerte.

Den neuen Besitzern gehört auch die europäische Sendergruppe SBS Broadcasting. De Posch zeigte sich zuversichtlich, dass ProSiebenSat.1 übernehmen wird. "Das wahrscheinlichste Szenario sei derzeit die Übernahme von SBS Broadcasting", sagte de Posch. Zunächst werde man bei SBS einen Blick in die Bücher werfen, in trockenen Tüchern könnte die Übernahme dann bereits im dritten Quartal sein.

Die Aktien von ProSiebenSat.1 haben nach Vorlage der Zahlen nachgegeben. Am Vormittag notierte die Aktie mit einem Minus von 1,92 Prozent bei 25,54 Prozent. Analysten zufolge lag das vierte Quartal 2006 etwas unterhalb der Prognosen, der Ausblick für 2007 erfülle jedoch die Erwartungen. "Der Ausblick ist zurückhaltend", erklärt der Equinet-Analyst Ralf Marinoni. "Doch die Schätzungen von ProSiebenSat.1 sind meistens sehr vorsichtig."

manager-magazin.de mit Material von dpa

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