Telekom-Veto ... und raus bist Du

Im Bieterwettstreit um das Internetportal Immobilienscout24 hält der Miteigentümer Deutsche Telekom offenbar interessierte Verlage vom Anteilskauf ab. Axel Springer und Holtzbrinck sollen dadurch angeblich vom Kauf abgehalten werden.

Frankfurt am Main - Die beiden Verlage Axel Springer  und Holtzbrinck seien an dem Internetportal interessiert, die Telekom habe den Unternehmen aber mit der Ausübung ihres Vetorechts gedroht, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ, Donnerstagausgabe) unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Ein Verkauf der Anteile an die Verlage sei damit unwahrscheinlich geworden.

Die Telekom besitzt ein Vetorecht, da sie mit ihrer Scout24-Gruppe selbst im Geschäft mit Kleinanzeigen im Internet tätig ist. Darüber hinaus besitzt der Telefonkonzern ein Vorkaufsrecht für die restlichen Anteile.

Da die Telekom derzeit selbst umstrukturiert wird, wolle sich das Unternehmen die Option offen halten, entweder die Anteile an Immobilienscout24 selbst zu kaufen oder später die ganze Scout-Gruppe zu verkaufen, falls diese nicht mehr zum Kerngeschäft gehören sollte, heißt es in dem "FAZ"-Bericht.

In diesem Fall sei ein Finanzinvestor, der schnell zum Wiederausstieg aus dem Unternehmen bereit ist, ein angenehmerer Partner für die Telekom als ein strategischer Investor wie Axel Springer oder die Holtzbrinck-Gruppe.

Der Verkaufspoker um Immobilienscout24 währt bereits mehrere Monate. Die Wiesbadener Aareal Bank  ist an der Immobilienplattform mit 30,5 Prozent beteiligt. Die Telekom hält über die Tochter Scout24-Holding 33,1 Prozent. Weitere Anteile besitzen die US-Bank Morgan Stanley  mit 14,4 Prozent und die Private-Equity-Gesellschaft J.H. Whitney (11,4 Prozent).

Aareal-Chef Wolf Schumacher hatte schon im Frühjahr 2006 einen Verkauf der Anteile nicht ausgeschlossen. "Wir gehen das Thema aktiv an, müssen aber die Gespräche im Gesellschafterkreis abwarten", hatte er damals gesagt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.