Google Office-Klon gegen Microsoft

Nur drei Wochen nach der Markteinführung der neuen Office-Version von Microsoft kommt dem Unternehmen Rivale Google mal wieder in die Quere. Der Suchmaschinengigant startet den Verkauf eines eigenen Office-Pakets für Unternehmen - diesmal zwar nicht kostenlos, dafür aber weitaus günstiger als das Produkt von Microsoft.

San Francisco - Die "Google Apps Premier Edition" stehe Unternehmen und Organisationen ab sofort zur Verfügung, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Sie soll mit zusätzlichen Funktionen für den Einsatz in Unternehmen beliebiger Größe optimiert sein und pro Arbeitsplatz 38 Euro kosten.

Erstmals war Google  im August 2006 mit seinem kostenlosen Dienst Google Apps an den Start gegangen. Die Internetsoftware umfasst unter anderem ein E-Mailprogramm, einen digitalen Kalender sowie Anwendungen für Sofortnachrichten (Instant Messaging) und Internettelefonie. Nach Angaben von Google nutzen bereits mehr als 100.000 kleine Betrieben sowie mehrere hundert Hochschulen die Software.

In der neuen Premier-Version bietet Google zusätzlich zehn Gigabyte Speicherplatz für E-Mails, die Übertragung von Mails aufs Handy und eine 24-Stunden-Hotline. Eine Software zum Erstellen von Texten und Tabellen ergänzt alle verfügbaren Versionen. Mit dem Textprogramm sollen bis zu 50 Personen gemeinsam ein Dokument erstellen und bearbeiten können.

General Electric und Procter & Gamble gewonnen

Google-Vorstandschef Eric Schmidt sprach von einem großen Schritt für das Unternehmen. Das Angebot werde bewusst zu geringen Kosten eingeführt, um möglicht viele Unternehmen dazu zu bringen, Google Apps auszuprobieren. Zu den ersten Großkunden gehören laut Google Procter & Gamble  und General Electric .

Marktbeobachterin Rebecca Wettemann von der Marktforschung Nucleus Research sagte, der Zeitpunkt der Einführung nur drei Wochen nach Microsoft Office 2007 sei für den Softwaremarktführer "ein Schuss vor den Bug". Microsoft begrüße den Wettbewerb, sagte der für Office zuständige Manager Kirk Gregersen und fügte hinzu: "Das hilft uns, dass wir auf den Zehenspitzen bleiben."

Google setzt mit seinen Internetapplikationen für Büroanwendungen darauf, dass viele Menschen Alternativen zu teuren Softwarepaketen mit oft zu umfangreichen Funktionspaletten suchen. "Wir glauben, dass die Zukunft in webbasierten Anwendungen liegt", sagte Google-Deutschland- Sprecher Stefan Keuchel. Insofern sei Google Apps auch "kein Wettbewerbsprodukt im klassischen Sinne."

Mit dem Vertrieb von Software könnte der Suchmaschinen-Marktführer Google seine Abhängigkeit von der Onlinewerbung verringern. Bislang machen Einnahmen aus Softwarelizenzen nur etwa 1 Prozent des Google-Umsatzes von 10,6 Milliarden Dollar aus.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

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