EMI/Warner Music Ein Dauerbrenner

Es ist die Wiederholung von der Wiederholung – seit Jahren machen sich die Musikkonzerne EMI und Warner Music gegenseitig Übernahmeangebote. Erfolgreich war bislang keine Seite. Nun versucht es Warner noch einmal.

London - Der weltweit drittgrößte Musikkonzern EMI  hat erneut eine Übernahmeanfrage des US-Konkurrenten Warner Music  erhalten. Es sei aber offen, ob es ein konkretes Angebot geben werde, teilte EMI am Dienstag mit. EMI kämpft mit schweren Problemen und musste seit Jahresbeginn wegen schwacher CD-Verkäufe bereits zwei Mal die Prognosen senken. Der britische Konzern hat Künstler wie Robbie Williams und Norah Jones unter Vertrag und Vertreibt auch die Musik der Beatles.

In einem kurzen Statement seitens EMI hieß es, das Board ziehe das Angebot derzeit nicht in Betracht. EMI und Warner Music haben seit Anfang des Jahrzehnts schon mindestens drei Mal versucht, zu fusionieren. Letztendlich hatten sie im Juli 2006 wegen Kartellbedenken auf ein Zusammengehen verzichtet, sich zuvor aber eine bizarre Übernahmeschlacht geliefert, in der beide Konzern dem jeweils anderen ein Milliardenangebot machten. Eine Offerte von Finanzinvestor Permira lehnte EMI ebenfalls ab, weil der Musikkonzern mit dem Preis nicht zufrieden war.

Warner Music war vor Jahren aus dem Konzern Time Warner herausgelöst und 2003 an den Seagram-Erben Edgar Bronfman und seinen Investoren rund um Haim Saban verkauft worden. Analysten zeigten sich nun einer Fusion von EMI und Warner skeptisch gegenüber.

"Der regulatorische Aspekt ist weiterhin ungewiss," kommentierte Numis-Securities-Analyst Richard Hitchcock den neuerlichen Übernahmeversuch. Angesichts des schwierigen Umfelds für die Musikindustrie – der Absatz in den USA ging in diesem Jahr bereits um 20 Prozent zurück - spreche allerdings einiges für eine Konsolidierung.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ap