Router Heimische Schaltzentrale

Was früher das Fräulein vom Amt war, ist heute der Router im Netzwerk zu Hause: Er sorgt im digitalen Haushalt für die richtige Verbindung. Die Kommunikationsknotenpunkte können inzwischen die Telefonanlage ersetzen und dabei zwischen Festnetzgesprächen und Internettelefonie vermitteln.

Eschborn - "Router sind heute kleine Allzweckgeräte - sie werden immer mehr zur Schaltzentrale für den heimischen Telefon- und Internetanschluss", sagt Arcor-Sprecher Paul Gerlach. Hätten Breitbandnutzer früher mit Splitter, DSL-Modem, Netzwerkrouter und Telefonanlage noch einen kleinen Gerätepark benötigt, so gehe der Trend inzwischen dahin, dass mehrere Geräte zu einem zusammenwachsen.

"Aktuelle Modelle enthalten oft bereits ein integriertes DSL-Modem für den Internetanschluss", sagt Thomas Michel vom Onlineportal Teltarif. Wer für künftige Übertragungsgeschwindigkeiten gerüstet sein will, sollte dabei darauf achten, dass das Modem die neuen Standards ADSL 2+ und VDSL unterstützt.

Für Kunden, die noch ein altes Breitbandmodem besitzen, kann sich dagegen ein einfacher DSL-Router lohnen. Dieser bindet die Rechner im Haushalt in ein Netzwerk ein. "Dadurch können mehrere Anwender gleichzeitig surfen", erklärt Ingrun Senft, Sprecherin des Internetproviders 1&1. Für Onlinespieler gibt es dabei spezielle Modelle: Der DGL-4100 von D-Link etwa gewährt den Spieledaten Vorrang im Datenverkehr.

Dabei können Anwender die Computer einerseits per Netzwerkkabel mit dem Router verbinden. Zahlreiche Modelle machen den Internetanschluss in der Wohnung aber bereits kabellos zugänglich. "Das sorgt für mehr Beweglichkeit - mit der W-Lan-Technik können Anwender etwa bequem auf dem Balkon surfen", sagt Gerlach. Nutzer sollten hier auf die passende Bandbreite der Funkverbindung achten, rät Michel.

Verschlüsselung aktivieren

Verschlüsselung aktivieren

Während Geräte wie der Speedport W-500V der T-Com noch über eine Datenrate von 54 Megabit pro Sekunde verfügen, funken Modelle der Gigaset SE-Serie von Siemens  bereits mehr als doppelt so schnell. Der Anbieter AVM will zur Cebit zudem eine neue Generation der Fritz-Geräte vorstellen, die bereits mit der kommenden N-Draft-Technik ausgestattet sind. Diese sollen Daten noch schneller übertragen und so ideal für Multimediainhalte und Onlinespiele geeignet sein. Laut einem Test der Zeitschrift "Computerbild" bricht bei Geräten dieser Art die Verbindung im Praxisbetrieb aber noch häufig zusammen.

Zudem übernimmt der Router auch die Aufgabe einer Telefonanlage und regelt dabei, ob Telefonate über das Festnetz oder über das Internet laufen. Nutzer müssen hier auf die passende Anzahl und Art der Anschlüsse achten, rät Michel. Je nach Telefonart benötigen Kunden Stecker für ISDN- oder Analogtelefone. Manche Modelle wie die Fritzbox Fon W-Lan 7170 bieten auch beides. Zudem enthalten einige Geräte auch eine integrierte Dect-Basistation für Schnurlos-Telefone. Darüber hinaus lassen sich am USB-Anschluss oft ein Drucker oder ein Faxgerät anschließen.

"Mit dem passenden Anschluss am Router lässt sich dabei auch mit herkömmlichen Analogtelefonen über das Internet telefonieren", erklärt 1&1-Sprecherin Senft. Zudem ließen sich an der Anlage meist Wahlregeln einstellen, um etwa Billigvorwahlen für Handygespräche zu nutzen.

Die Geräte seien inzwischen meist recht einfach per Webbrowser zu konfigurieren, sagt Michel. "Für Laien gibt es oft einen sogenannten Anwendermodus für die Bedienung." Nutzer sollten beim Betrieb per W-Lan aber auf die nötigen Sicherheitseinstellungen achten - oft sei im Auslieferungszustand die Verschlüsselung nicht aktiviert, sagt Matthias Gärtner vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Dadurch riskierten Anwender, dass Nachbarn mitsurfen oder Hacker Zugriff auf den Rechner erhalten.

Tobias Schormann, dpa

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