Rekord 100 Millionen DVDs verkauft

Im vergangenen Jahr boomte das Geschäft mit DVDs - zumindest in Bezug auf die Anzahl der verkauften Scheiben. Der aggressive Wettbewerb führte jedoch zu Einbußen beim Umsatz. Insgesamt konnte die Unterhaltungselektronikbranche dank der Fußball-WM ordentlich zulegen, die Aussichten für 2007 sind jedoch weniger optimistisch.

Berlin/Hamburg - Im vergangenen Jahr wurden 100,7 Millionen DVDs in Deutschland verkauft. Damit wurde erstmals die 100-Millionen-Marke überschritten, teilte der Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV) mit. Im Jahr 2005 lag der DVD-Verkauf noch bei 98,7 Millionen Stück.

Der Umsatz aus dem Verkauf der Bildtonträger sei mit 1,31 Milliarden Euro um 4 Prozent gesunken, was auch an der preisaggressiven Vermarktung von Top-Titeln liege, hieß es. Die erfolgreichsten DVDs waren "Harry Potter und der Feuerkelch", "Ice Age 2 - Jetzt taut's" und "Fluch der Karibik II". Der Durchschnittspreis einer Disc sank von 13,39 Euro auf 12,86 Euro.

Auch bei den Videotheken fiel der Umsatz im vergangenen Jahr. Wegen der Fußball-WM und dem heißen Sommer sanken die Erlöse mit den Leihfilmen um 11 Prozent auf 284 Millionen Euro. Insgesamt wurden nur 112 Millionen DVDs vermietet - ein historischer Tiefststand. Die drei beliebtesten Titel des Verleihhandels waren "Mr. and Mrs. Smith", "Flightplan" und "Die Insel". Der Gesamtumsatz der Home-Entertainment-Branche aus Verkauf und Verleih lag mit 1,59 Milliarden Euro fast doppelt so hoch wie das Einspielergebnis der Kinos von 814 Millionen Euro.

Flachbildfernseher überholt Röhre

Bei dem Verkauf von Fernsehern wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Erstmals wurden mit 2,7 Millionen Stück mehr Flachbildschirme als Röhrengeräte verkauft. Insgesamt wurde mehr als 80 Prozent des Umsatzes mit Fernsehgeräten mit LCD- und Plasmafernsehern erzielt. Der Durchschnittspreis der verkauften Fernsehgeräte ist den Angaben zufolge um 25 Prozent auf 767 Euro gestiegen.

Der Kauf der häufig größeren TV-Geräte stimulierte auch den schwächelnden Hifi-Markt. Nach einem Minus von 11,5 Prozent 2005 ging der Hifi-Umsatz im Vorjahr nur noch um 3,2 Prozent auf 772 Millionen Euro zurück. Die Zahl verkaufter DVD-Geräte stieg um 28 Prozent auf 740.000 Stück. Videorecorder spielten nur noch eine marginale Rolle.

Insgesamt erwartet die Unterhaltungselektronikbranche in diesem Jahr ein deutlich schwächeres Geschäft. Es werde in diesem Jahr zwar weiterhin eine hohe Nachfrage nach Flachbildfernsehern, mobilen Navigationsgeräten und anderen Produkten erwartet, der Umsatz werde aber nur noch um 4 Prozent zulegen, sagte Hans-Joachim Kamp, der Vorsitzende des Fachverbandes Consumer Electronics. Im Vorjahr lag das Umsatzwachstum noch bei 10 Prozent. Wegen der höheren Mehrwertsteuer und fehlender sportlicher Großereignisse werde das Geschäft 2007 erst im zweiten Halbjahr anziehen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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