E-Plus Eon-Tochter im Visier

Nach seiner Billigtarif-Offensive "Zehnsation" startet der Mobilfunkanbieter E-Plus nun den nächsten Frontalangriff auf die Konkurrenz: Das Unternehmen hat Interesse an einem Erwerb seines österreichischen Wettbewerbers One signalisiert.

Barcelona/Düsseldorf - "Wenn das Unternehmen zum Verkauf steht, dann schauen wir uns One an", sagte E-Plus-Chef Thorsten Dirks auf der Mobilfunkmesse 3GSM in Barcelona. Allerdings werde sein Unternehmen dies mit großem Abstand tun. Der niederländische Mutterkonzern KPN  hatte sich bereits um die österreichische Telering bemüht, das Rennen aber damals gegen die Deutsche Telekom  verloren.

Um One ranken sich schon seit Jahren Verkaufsgerüchte, allerdings gestaltet sich die Transaktion wegen der Aktionärsstruktur schwierig. Das Unternehmen gehört zu 50,1 Prozent dem Energiekonzern Eon , der sich im Zuge seiner Konzentration auf das Kerngeschäft Strom und Gas von dem Randgeschäft trennen will.

France Telecom  hält bereits 17,45 Prozent an One. Die norwegische Telenor verfügt über ebenso viele Anteile und die dänische TDC AS besitzt 15 Prozent. Analysten hatten den Wert von One im Juli auf rund 1,5 Milliarden Euro beziffert.

Den Druck auf seine Konkurrenten will E-Plus auch durch günstige Tarife aufrechterhalten. "Wir wollen Kunden vom Wettbewerb gewinnen und mehr Verkehr aus dem Festnetz auf unser Netz lotsen", sagte der neue E-Plus-Chef Dirks. Sein Unternehmen wolle 2007 wie schon im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 10 Prozent steigern. Dieses Ziel werde die KPN-Tochter trotz weiter fallender Handytarife erreichen.

Sprache wichtiger als Datendienste

Sprache wichtiger als Datendienste

Wachstumstreiber wird nach Einschätzung von Dirks der Bereich Sprache bleiben - Datendienste werden erst in einigen Jahren wesentlich zum Ergebnis beitragen. Im Blick hat der E-Plus-Chef vor allem die Festnetzanbieter, denen er Marktanteile abnehmen will. "Der Anteil vom Mobilfunk am Gesamtmarkt wird sich innerhalb von zwei Jahren auf über 30 Prozent erhöhen", sagte der Manager.

Derzeit laufen 18 Prozent aller Telefongespräche über das Mobilfunknetz, der Rest über das Festnetz. "Unser Ziel ist es, den Kunden die Angst vor dem Mobiltelefonieren zu nehmen", sagte Dirks. Daher habe E-Plus eine klare und einfache Tarifstruktur eingeführt. Der nach Umsatz viertgrößte deutsche Mobilfunkanbieter hat die Branche Mitte 2005 mit dem Start der Billigmarke Simyo unter Druck gesetzt. Die durchschnittlichen Handytarife sind seitdem um rund ein Fünftel gefallen. "Der Trend wird in diesem Jahr anhalten", sagte der gebürtige Hamburger.

Neben dem deutlichen Umsatzplus, mit dem sich E-Plus im vierten Quartal von den Marktführern, der Telekom-Tochter T-Mobile und Vodafone , absetzte, verbuchte die Gesellschaft eine deutliche Verbesserung der Rentabilität. Die operative Marge erhöhte sich zuletzt auf 31 Prozent. Möglich wird dies vor allem durch deutliche Kosteneinsparungen, die auch den Abbau von Arbeitsplätzen umfasst.

Dirks will nun weiter Kosten senken. "Nach der IT und den Callcentern lagern wir nun auch die Netze aus", sagte er. Bei E-Plus werde die Planung der Netze und der IT sowie Marketing, Service und Verwaltung verbleiben.

manager-magazin.de mit Material von dpa