Handytrends Von Multimedia bis Mode

Der Markt für Mobiltelefone gilt in den westlichen Ländern als weitgehend gesättigt. Also müssen sich die Hersteller etwas Besonderes einfallen lassen, um weiterhin Handys verkaufen zu können. Auf der Mobilfunkmesse 3GSM stellten sie ihre Ideen vor.

Barcelona - Einige Hersteller versuchen es mit dem Ausbau der multimedialen Anwendungen auf dem Handy. Das MotoSLVR L9 von Motorola  beispielsweise spielt neben der heruntergeladenen Musik auch das Programm von UKW-Sendern und zeigt dazu auch die RDS-Informationen wie Sendername oder Songtitel an. Und Samsung  präsentierte in Barcelona das SGH-F300 - eine Kombination aus Handy und MP3-Player: Auf der Vorderseite sieht es aus wie ein normales Handy. Dreht der Besitzer es um, kommt die Bedienoberfläche eines tragbaren Musikspielers zum Vorschein.

Das ebenfalls neue SGH-F500 von Samsung spielt Filme im DivX-Format ab, mit dem sie sich in ihrer Datengröße stark reduzieren lassen. Das ist ideal für mobile Geräte, die wenig Speicher besitzen, aber auch für den Download. Vorerst legt Samsung jedoch noch eine Software bei, mit der Besitzer des F500 ihre Filme auf dem PC zunächst selbst kleiner machen, um sie später unterwegs auf dem Handy betrachten zu können.

Noch sei der Download von Musik und erst recht von Filmen aufs Handy aber eine Nischenanwendung, sagt Samsung-Produktmanager Alexander Avramidis. Aber das Herunterladen von Musik und Videos wird nach Meinung vieler Experten in diesem Jahr kommen.

Zunehmen wird voraussichtlich auch die Anbindung an das mobile Internet. Vodafone  kündigte einige Tage vor der 3GSM entsprechende Kooperationen unter anderem mit MySpace an, der Internetplattform für soziale Netzwerke. Nokia  will im Frühjahr das N95 auf den Markt bringen. Es besitzt eine Funktionstaste für YouTube-Nutzer - per Knopfdruck werden selbst gemachte Videos auf die YouTube-Seite geladen.

Vom Einsteiger- bis zum Prada-Handy

Vom Einsteiger- bis zum Prada-Handy

Handy-TV entwickelt sich in Deutschland zwar noch schleppend, doch auch hier wird in den kommenden Jahren ein Durchbruch erwartet. In Barcelona sind daher dennoch neue Endgeräte zu sehen: beispielsweise das F510 von Samsung  und das KU950 von LG.

Das Thema Internettelefonie spielt auf der 3GSM nur eine Nebenrolle. Doch vom onlinefähigen Handy mit drahtlosem Internetzugang W-Lan ist es nur noch ein kleiner Schritt zum Handy, das auch für Voice over IP genutzt werden kann. Das Nokia E65 ist entsprechend ausgestattet. Der Besitzer kann es als herkömmliches Handy nutzen und hat die Möglichkeit - wenn ein Hotspot bereitsteht - Kosten sparend über das Internet zu telefonieren.

Einsteigermodelle, die im Laden für rund 50 Euro den Besitzer wechseln werden, sind auf der 3GSM ebenfalls zu sehen. Das andere Ende der Preisspanne verkörpert das von LG gebaute Prada-Handy. Das Gerät besitzt keine Tastatur, sondern wird über den berührungsempfindlichen Bildschirm bedient.

Prada-Handy als Luxusaccessoire

Ähnliches hatte Apple  vor wenigen Wochen für das iPhone angekündigt, das in Deutschland aber erst gegen Ende des Jahres erhältlich sein wird. Das Prada-Phone kommt im März für 600 Euro ohne Vertrag. Zur Ausstattung des Tri-Band-Handys gehört außerdem eine Kamera mit zwei Millionen Pixel Auflösung. Das LCD-Display bietet eine Auflösung von 400 mal 200 Bildpunkten. Außerdem sind in das 85 Gramm wiegende Gerät ein MP3-Player sowie ein Radio integriert.

Sigrid Wolf von Nokia sieht eine weitere Entwicklung auf dem Markt für mobile Kommunikation: "Navigation auf dem Handy wird bald ein Massending." Nokia  zeigt in Barcelona unter anderem das 6110 Navigator mit eingebautem GPS-Empfänger. Auch von anderen Herstellern wie Sony Ericsson wird es bald Geräte mit integriertem GPS geben.

manager-magazin.de mit Material von dpa