Alcatel-Lucent 12.500 Stellen fallen weg

Nach einem herben Geschäftsrückschlag im vierten Quartal verschärft Alcatel-Lucent den Sparkurs. Der Weltmarktführer für Kommunikationstechnik will 3500 Arbeitsplätze mehr als bisher geplant abbauen, um seinen mehrere hundert Millionen Euro hohen Nettoverlust wieder zu reduzieren.

Paris - Im vierten Quartal lag der Nettoverlust von Alcatel-Lucent  bei 618 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Im gleichen Vorjahreszeitraum habe es noch einen Gewinn von 381 Millionen Euro gegeben. Das vor einem Jahr fusionierte Unternehmen führte vor allem die Umbaukosten, die mit 577 Millionen Euro zu Buche schlugen, als Grund für den hohen Verlust an.

Operativ wies das Unternehmen für das vierte Quartal einen Gewinn von 21 Millionen Euro nach 566 Millionen Euro im Vorjahr aus. Ende Januar hatte das Unternehmen ein Ebit von rund 120 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die "chaotische Fusion" der französischen Alcatel mit der US-amerikanischen Lucent im vergangenen Jahr habe genaue Prognosen für die Quartalszahlen nahezu unmöglich gemacht, sagten Experten.

"Die Ergebnisse des vierten Quartals sind eindeutig enttäuschend", sagte Konzernchefin Patricia Russo. Die kurzfristige Unsicherheit der Kunden und Mitarbeiter sowie die "herausfordernden Marktbedingungen" vor allem in Nordamerika, die das Jahresende 2006 geprägt hätten, würden sich zwar abschwächen, dürften die ersten Monate des neuen Jahres jedoch weiter belasten. Dies würde zu Umsatzeinbußen im ersten Quartal 2007 führen, sagte Russo.

Bescheidene Aussichten

Auch für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwartet der Konzern einen Umsatzrückgang. Im Gesamtjahr 2007 wird jedoch ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet.

Um die Kosten zu verringern, plant der Konzern den Abbau von 12.500 Stellen über einen Zeitraum von drei Jahren. Ursprünglich wollte Alcatel-Lucent nur 9000 Arbeitsplätze abbauen. Durch die Stellenstreichung sollen 1,7 Milliarden Euro eingespart werden. Die französischen Gewerkschaften kündigten bereits für den 15. Februar einen Streik an.

Alcatel-Lucent hat 80.000 Mitarbeiter in 130 Staaten. Der Konzern ist der weltgrößte Anbieter von Festnetztechnik und zweitgrößte Anbieter von Mobilfunk- und Internettechnologie. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, "die Transformation der Branche zu begleiten". Dazu gehörten die Entwicklung reiner IP-Netze, Video und Multimediainhalte zur Anreicherung von Kommunikationsdiensten und mobiles Breitband sowie hochwertige Dienstleistungen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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