E-Plus Des einen Freud ...

Seit Monaten haben die deutschen Netzbetreiber mit bröckelnden Umsätzen zu kämpfen. Nicht so E-Plus: Der Mobilfunkanbieter steigerte sein Geschäft unter anderem dank Simyo und Base um 10 Prozent. Um weitere Kosten einzusparen, will das Unternehmen die Netzbetreuung auslagern. Ein Partner dafür steht nun offenbar fest.

Düsseldorf - E-Plus hat im vergangenen Jahr seine Kundenzahl um 18 Prozent auf rund 12,65 Millionen gesteigert. Wie das Unternehmen mitteilte, stieg damit sein Anteil am deutschen Mobilfunkmarkt um 1,4 Prozentpunkte auf etwa 14,9 Prozent. Seinen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) habe der Mobilfunkkonzern 2006 um rund 34 Prozent auf 905 Millionen Euro gesteigert und somit ein Rekordergebnis erzielt. Der Umsatz beim Mobilfunk sei um 10 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro gestiegen. Angaben zum Nettoergebnis machte das Unternehmen nicht.

Ein besonders starkes Wachstum hat E-Plus eigenen Angaben zufolge im Bereich seiner Eigen- und Kooperationsmarken erzielt. Die Kundenzahl beim Prepaid-Billigtarif Simyo und dem Vertragskunden-Pauschalangebot Base sei allein im vierten Quartal um 0,8 Millionen auf 4,3 Millionen gestiegen und mache mittlerweile mehr als ein Drittel aller Kunden im E-Plus-Netz aus.

Im vierten Quartal 2006 sei das Unternehmen beim Ebitda gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3 Prozent auf 220 Millionen Euro gewachsen. Der Umsatz im Mobilfunkbereich habe im selben Zeitraum um 10 Prozent auf 692 Millionen Euro zugelegt.

E-Plus ist neben T-Mobile, Vodafone  und O2 einer der vier deutschen Mobilfunkanbieter mit eigenem Netz. Doch die Konkurrenz verzeichnet im Gegensatz zu E-Plus sinkende Umsätze. Vodafone verlor im Weihnachtsquartal 4,3 Prozent seines Geschäfts, der Umsatz des Wettbewerbers T-Mobile stürzte um 8,1 Prozent ab. Im Vergleich zum Vorjahr verlor der Branchenprimus 2006 Erlöse von 400 Millionen Euro.

Auch KPN kann punkten

Der niederländische Mutterkonzern von E-Plus, das Telekommunikationsunternehmen KPN , konnte seinen Gewinn im vergangenen Jahr trotz eines schwachen Schlussquartals leicht erhöhen. Für das Gesamtjahr 2006 weist KPN einen Nettogewinn von 1,54 Milliarden Euro aus. Im Jahr davor waren es 1,45 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sank dagegen von 2,35 auf 2,22 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg leicht von 11,94 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf jetzt 12,06 Milliarden Euro.

Unterdessen plant E-Plus Kosteneinsparungen durch die Auslagerung der Netzbetreuung. Wie aus Branchenkreisen verlautete, wird dies der Telekomausrüster Alcatel-Lucent  übernehmen. In Grundzügen gebe es demnach eine Einigung zwischen E-Plus und dem französischen Unternehmen. Ein finaler Vertrag stehe indes noch aus.

Der Mobilfunkanbieter hatte im Dezember bekannt gegeben, dass die Instandhaltung und der Ausbau der Netze ausgelagert werden sollen. Als mögliche Partner hatte der damalige E-Plus-Chef Michael Krammer Ericsson , Alcatel und Nokia/Siemens genannt. Die Kosten für den Betrieb des Mobilfunknetzes sollen durch die Auslagerung um ein Fünftel sinken. In der Technik beschäftigt E-Plus rund 1000 Mitarbeiter. Wie viele davon betroffen sein werden, hatte Krammer offen gelassen.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

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