Notebooks Klein, stark, schnell

Die Hersteller passen ihre Notebooks immer besser an die Bedürfnisse der Nutzer an. Vom ultraflachen Design über UMTS-Ausstattung bis hin zur eingebauten Kamera für Videotelefonie - auf der Cebit gibt es wieder jede Menge Neuheiten zu sehen.

Hannover - Fast jeder zweite Computer, der heutzutage über die Ladentheke geht, ist ein Notebook. Immer besser werden die Geräte auf die Wünsche bestimmter Nutzergruppen zugeschnitten. Dazu zählen besonders leichte Businessmodelle ebenso wie sogenannte Multimediaflundern oder Notebooks für Computerspieler.

Eine Entwicklung wird auf der diesjährigen Cebit herausstechen: Notebooks mit eingebautem UMTS-Modul, das einen zügigen drahtlosen Zugang ins Internet ermöglicht. Zu diesen Geräten gehört das Lifebook P7230 von Fujitsu-Siemens.

Das rund 1,3 Kilogramm wiegende Notebook mit DVD-Brenner und eingebauter Kamera für die Videotelefonie wird laut Pressesprecher Lothar Lechtenberg kurz nach der Messe zu einem Preis zwischen 2000 und 2500 Euro in den Handel kommen.

Download mit bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde

Auch das Portégé R400 von Toshiba  hat ein UMTS-Modul. Mit Hilfe das Übertragungsverfahrens HSDPA erreicht es dem Hersteller zufolge Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde. Doch der Clou des mit einem Core-Duo-Prozessor von Intel  arbeitenden Rechners ist ein kleines Zusatzdisplay an der Vorderseite: Es erlaubt etwa, die Kopfzeilen von E-Mails zu lesen, die der Rechner automatisch herunterlädt.

Das funktioniert, ohne dass das eigentliche Display geöffnet werden muss. Ebenfalls im so genannten Edge Display dargestellt werden Kalendereinträge, die wie das E-Mail-Konto über die Windows-Funktion "Active Notifications" aktuell gehalten werden.

Michele Zwolinski, Analystin bei der Unternehmensberatung IDC in Frankfurt am Main glaubt jedoch nicht, dass die auf der Cebit gezeigten Notebooks dem Markt einen Schub verleihen werden: Integriertes UMTS sowie eingebaute Kameras würden voraussichtlich wenig Wirkung auf die Verkaufszahlen in Deutschland haben. Das liege daran, dass wie bisher niedrige Preise und nicht die neuesten Technologien für einen hohen Absatz sorgen werden.

"Thema Doppelkern schon fast durch"

"Thema Doppelkern schon fast wieder durch"

Jens Uwe Behnke, Produktmanager bei Fujitsu-Siemens, sieht die Sache optimistischer. Er geht davon aus, dass sich integriertes UMTS bald auch in der Breite bei Notebooks der Consumerklasse durchsetzen wird. "Die entsprechenden Angebote werden im April und Mai kommen."

Auch wenn manche Notebooks, die es zum Aktionspreis gibt, noch mit Pentium-M-Chips ausgestattet sind, geht die Zeit der Prozessoren mit nur einem Kern zu Ende. Cebit- Besucher werden vor allem Rechner mit Doppelkernprozessoren sehen - ob sie nun Core Duo von Intel  oder Dual Core von AMD  heißen. Das Thema Doppelkern sei schon fast wieder durch, so Jörg Wirtgen von der Zeitschrift c't. Die auf der Messe präsentierten Notebooks mit Intel-Technik würden schon eher den Core 2 Duo genannten Nachfolger enthalten.

Zu den wichtigen Neuerungen, die laut Wirtgen auf der Cebit zu sehen sein werden, gehört ein neuer Chipsatz von Intel. Santa Rosa - so der Arbeitstitel des Projekts - soll mobile Rechner noch leistungsfähiger machen. Das wird es wohl auch tun - um ein paar Prozent. Ob das jedoch genügt, um Anwendungen für den Nutzer spürbar zu beschleunigen, darf Wirtgen zufolge bezweifelt werden.

Notebook für zu Hause

Auffällig ist, dass immer mehr Modelle auf besondere Einsatzgebiete zugeschnitten sind. Neben dem besonders leichten Businessgerät und Modellen für Spieler bildet sich eine Gruppe von Notebooks heraus, die als Ersatz für Desktoprechner dient und multimediale Unterhaltung ermöglichen soll. Damit das Anschauen von Filmen darauf Spaß macht, bringen sie ein 17 oder 20 Zoll großes Display mit. Für den mobilen Einsatz seien solche Geräte aber nicht geeignet, sagt Experte Wirtgen.

Unter Multimedia ist auch der Einbau von Laufwerken der DVD-Nachfolger HD-DVD und Blu-ray zu verbuchen. Entsprechende Geräte gibt es unter anderem von Toshiba  und Sony . So wird Sony in Halle 13 Business-Notebooks mit Blu-ray-Laufwerk zeigen.

Viele der wichtigsten Notebookhersteller sind auf der Cebit allerdings nicht vertreten. Dazu gehören Dell  und Hewlett-Packard . Experte Wirtgen rät deshalb Besuchern, die an mobilen Rechnern interessiert sind, einmal bei den kleineren Herstellern in Halle 2 vorbeizuschauen.

Sven Appel, dpa

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