Kodak Kampfansage des Foto-Urgesteins

Wer seine digitalen Schnappschüsse zu Hause ausdrucken will, braucht momentan viel Zeit und Geld: Der Druck dauert unverhältnismäßig lange und verschlingt Unmengen von Druckertinte. Mit einem neuen Gerät will der US-Fotokonzern Eastman Kodak diesen Missstand abschaffen.

Hamburg - Im Zeitalter der Digitalkameras quellen heimische Festplatten geradezu über vor digitalem Bildmaterial. Klar, der Auslöser der kleinen Geräte ist schnell gedrückt und was nicht gebraucht wird, kann später ja immer noch gelöscht werden.

Doch was passiert mit der digitalen Bilderflut, nachdem sie einmal auf dem Rechner ist? In diesem Moment greifen die meisten Fotoliebhaber nach wie vor zum herkömmlichen Fotoalbum. Die Ausdrucke dafür stammen allerdings nur in den seltensten Fällen vom heimischen Drucker.

Der 1892 gegründete Fotokonzern Eastman Kodak will das ändern. Mit einem neuen Fotodrucker startet das Unternehmen einen Angriff auf Hewlett-Packard, Canon und Co. "Das Problem ist, dass die meisten Kunden den Ausdruck eines Fotos zu Hause als vergleichsweise teuer empfinden", erklärt Kodak-Europa-Chef Jaime Cohen Szule den Ansatzpunkt gegenüber manager-magazin.de. Während ein Abzug im Drogeriemarkt um die Ecke etwa zehn Cent koste, müssten Nutzer für einen Fotodruck am heimischen Gerät durchschnittlich 29 Cent bezahlen.

Der Kodak Easy Share Printer, der im Mai auf den Markt kommt, soll dieses Ungleichgewicht nun beseitigen. Die Tintenpatronen für den Drucker sind mit 9,99 Euro für eine schwarze und 14,99 Euro für eine farbige Patrone um ein Vielfaches günstiger als die der etablierten Hersteller und ermöglichen so ebenfalls einen Ausdruck für nur zehn Cent pro Bild.

"28 Sekunden für ein Foto"

"28 Sekunden für ein Foto"

Zudem wird auch der zweite Mangel behoben, den Nutzer einer Kodak-Umfrage zufolge am heimischen Fotodruck am meisten bemängeln. "Der Ausdruck eines Bildes dauert nur 28 Sekunden, für 20 Fotos benötigt der Easy Share Printer also etwas über neun Minuten", berichtet Szule. Vergleichbare Geräte der Konkurrenz bräuchten dagegen mindestens 16 Minuten für die gleiche Anzahl der Bilder.

Einen PC benötigt der Drucker nicht. Via USB-Stick, Speicherkarte oder Bluetooth gelangen die Daten direkt auf den Drucker, in einem kleinen Display kann der Ausschnitt verändert werden. Spezielles Fotopapier sorgt darüber hinaus dafür, dass die Ausdrucke sofort trocknen und nicht verwischen. Natürlich kann der Easy Share Printer auch normale Dokumente drucken, scannen oder kopieren.

Mit dem neuen Gerät investiert Kodak in ein boomendes Geschäft. Dem Unternehmen zufolge wird sich die Anzahl digitaler Fotodrucke bis 2009 auf 2,8 Milliarden Stück mehr als verfünffachen. Schon jetzt hat sich Kodak einen Teil dieses gigantischen Kuchens gesichert: Das Unternehmen gehört zu einem der führenden Anbieter von Digitalkameras und übernimmt an mittlerweile rund 88.000 SB-Terminals, die in Drogeriemärkten und Fotogeschäften stehen, die digitale Fotoentwicklung für seine Kunden.

So ist es auch kaum verwunderlich, dass sich Kodak in Bezug auf sein neues Geschäftsfeld ein ehrgeiziges Ziel setzt. "Bis 2009 wollen wir zu den Top Drei der Druckerhersteller gehören", sagt Europa-Chef Szule. Eine Kampfansage an Canon, Epson und Co.

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