Google Earth Verschleierter Blick

Mit Google Earth kann man via Satellit zu den entlegensten Orten der Welt reisen - auch zu strategisch wichtigen Verteidigungsanlagen. Damit diese Daten nicht in falsche Hände geraten, hat Google jetzt auf Bitten der indischen Regierung die Satellitenbilder zensiert. Nicht das erste Mal, dass der Konzern derartigem Ersuchen nachgibt.

Neu Delhi - Satellitenaufnahmen von indischen Verteidigungsanlagen und bedeutenden Forschungsinstituten würden künftig in einer deutlich niedrigen Auflösung bei Google  Earth angeboten, berichtete die "Times of India". Damit solle der Sorge der indischen Regierung Rechnung getragen, dass Terroristen die Software nutzen könnten, um Ziele auszuspionieren.

Neben rüstungsrelevanten Anlagen, die künftig in schlechterer Auflösung angeboten werden, sollen demnach auch internationale Flughäfen und Atomanlagen verschleiert werden. Der indische Präsident APJ Abdul Kalam hatte im vergangenen Jahr strengere Gesetze angekündigt, um das Verbreiten hochauflösender Satellitenbilder im Internet zu unterbinden.

Die Zensierung in Indien ist nicht die erste. Auch der Amtssitz des US-Vizepräsidenten sowie zahlreiche Nato-Flughäfen werden nur verschwommen dargestellt. Ebenso Militärcamps im Kosovo, der Königspalast in Utrecht oder das Forschungszentrum von IBM  in New York. Die Regierungen befürchten, dass Terroristen die Daten für Anschläge nutzen könnten.

Vor einigen Wochen erst hatten britische Zeitungen berichtet, Terroristen im Irak hätten Google Earth möglicherweise genutzt, um Angriffe auf britische Militärlager vorzubereiten. Diese Ziele seien anschließend dann mit Mörsern unter Beschuss genommen worden, schrieb der "Daily Telegraph" unter Berufung auf Geheimdienstkreise.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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