IP-Netze Glotzt TV!

Vodafone und Arcor machen ihre Netze schneller - die einen über Funk, die anderen über Kabel. Die passenden Dienste bereiten die beiden Unternehmen ebenfalls vor. Allseits erhoffter Heilsbringer: TV-Angebote.

Hamburg – Vodafone  und Arcor planen die Zukunft. Abgesehen davon, dass Arcor die DSL-Anschlüsse für Vodafones Festnetzangebot stellt, schlagen die Unternehmen hierzulande getrennte Wege ein. Das wurde auf der Veranstaltung Cebit Preview in Hamburg deutlich.

Vodafone Deutschland gab bekannt, dass das Unternehmen sein Mobilfunknetz erheblich schneller machen will. 7,2 Megabit pro Sekunden soll das mobile Internet HSDPA – eine UMTS-Erweiterung - bieten. Schrittweise wird es zunächst in Ballungszentren aufgebaut. Einen Zeitrahmen gebe es nicht, hieß es. Das gleiche gilt für die Variante HSUPA, die im Upload eine Geschwindigkeit von bis zu 1,45 MBit pro Sekunde erreicht. Bis zum Sommer soll unterdessen die langsamere HSDPA-Version, die 3,6 MBit/Sekunde im Download erlaubt, im gesamten Vodafone-Netz verfügbar sein. Nach der Cebit im März soll der Dienst eingeführt werden.

Zugleich will Vodafone auch weitere Datendienste offerieren. So baut der Mobilfunkanbieter ein Videoportal für Handynutzer á la YouTube auf. Geplant ist dabei die Nutzer an möglichen Einnahmen, die Vodafone dadurch generiert, dass Nutzer sich die Videos ansehen, teilhaben möchte. Ob es sich dabei um Gutschriften oder Geldzahlungen handelt beziehungsweise wer tatsächlich bedacht wird, ist allerdings noch nicht bekannt.

Neben dem Videoportal plant Vodafone zudem sein TV-Angebot voranzubringen. So gibt es Pakete zur Übertragung der Fußballbundesliga. Auch soll interaktives Fernsehen unterstützt werden, so dass beispielsweise die Möglichkeit besteht, sich ein Rezept während einer Kochsendung schicken zu lassen.

Sendezeit frei wählbar

Bei der Vodafone-Tocher Arcor stehen ebenfalls die Fernsehangebote im Mittelpunkt des Interesses. Arcor-Manager Bernd Wirnitzer eröffnete den Journalisten, dass das Unternehmen in das Geschäft mit Fernsehen über das Internet einsteigen will. IPTV heißt das Zauberwort, dass – so hofft Arcor – einmal zu einem großen Erfolg werden wird. Denn anders als bei Kabel- oder Antennenfernsehen könnten Zuschauer sich die Sendezeiten quasi selbst einrichten. Zeitversetztes Ansehen einer Sendung sei kein Problem mehr, die Zuschauer bräuchten dafür nur eine spezielle Set-Top-Box.

Der Dienst soll für Arcor-Kunden im zweiten Halbjahr starten, sagte Wirnitzer. Verfügbar sein sollen rund 50 Free-TV-Kanäle, mehr als 70 Bezahlsender sowie Videofilme auf Abruf. Preise werden voraussichtlich auf der Cebit im März bekannt gegeben. Man sei noch in Gesprächen mit Inhalteanbietern, hieß es zur Begründung. Es sei aber davon auszugehen, dass nicht die gesamte Palette an TV-Sendern vertreten sein wird. Voraussetzung für den IPTV-Dienst ist ein DSL-Anschluss ab sechs MBit pro Sekunde. Es werde einen "Grundpreis" geben sowie "Abrufpreise" pro Dienstleistungen.

Insgesamt will Arcor sein Netz auf IP-Technologie umstellen. Neukunden werden für einen "Komplettanschluss" mit einer Geschwindigkeit von 16 MBit/Sekunde eine neue, von Arcor entwickelte Router-Box bekommen können, die die zentrale Anlaufstelle für alle Geräte vom PC über Telefon bis zu TV-Settopboxen sein soll. Schließt man ein Telefon an, gibt die Box darüber Installationsanleitungen. Der Preis des Komplettanschlusses solle in etwa auf dem Niveau der heutigen knapp 40 Euro für das Angebot mit Internet- und Telefonie-Flatrates liegen. Arcor hatte Ende September knapp 1,7 Millionen DSL-Kunden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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